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KURIER
Foto: Flymed

Letztes Update am 23.02.2013, 08:27

Teure Flugrettung ganz ohne Flug. Rettungshubschrauber konnte nicht starten, Familie von Elfjähriger soll trotzdem 2187 Euro zahlen.

Dass Transporte mit dem Rettungshubschrauber teuer sein können, wurde schon mehrfach geschrieben. Dass ein Betreiber aber satte 2187 Euro verrechnet, wenn man NICHT mit dem Helikopter geflogen wird, ist neu.

„Das ist adäquat und angemessen“, sagt Primarius Günther Schamp von der FlyMed, die den Transport durchgeführt hat.


„Das ist ein Hammer“, entgegnet Alexander Fehringer verärgert.

Seine elfjährige Tochter Lea war Anfang Februar am Nassfeld in Kärnten Ski fahren. Bei einem Sprung blieb die junge Wienerin in einer Metallschleife der Pistenabsperrung hängen – und brach sich das Schienbein. Nach rund einer halben Stunde landete der im Skigebiet stationierte Hubschrauber „Airmed 1“. Der Notarzt versorgte das Mädchen. „Der Blutdruck war problematisch, wir haben Infusionen gegeben und ein Anästhetikum. Es wurde eine Leistung erbracht“, sagt Schamp.

Währenddessen verschlechterte sich das Wetter. Wegen des von Piloten gefürchteten „Whiteouts“, bei dem Horizont und Himmel quasi verschwimmen, konnte der Helikopter nicht starten. Lea wurde mit dem Akja ins Tal gebracht. Der Hubschrauber blieb über Nacht am Berg.

Betreiber bleibt hart

Vor wenigen Tagen erhielt die Mutter von Lea eine Rechnung über 2187 Euro, davon entfallen 509 Euro auf die ärztliche Behandlung und der Rest auf den Flug. „Der Hubschrauber war für das Mädel die beste Lösung, sonst hätte sie wohl eine Stunde auf einen Arzt gewartet“, sagt Schamp. „Wir waren zwei Stunden im Einsatz.“

Beim größten Flugrettungsanbieter, dem ÖAMTC, wäre das so nicht passiert, sagt dessen Sprecher Ralph Schüller: „Wir verrechnen nur, wenn wir fliegen. In so einem Fall würden wir maximal die ärztliche Versorgung in Rechnung stellen.“

Wie berichtet, ist durch die extrem hohe Dichte an Rettungshubschraubern der Kampf um jeden Patienten verschärft, vor allem in Tirol. „Dort geben Rettungsfahrer der Leitstelle teilweise per Funk nicht mehr bekannt, wenn sie ausrücken, weil die Hubschrauberbetreiber mithören und dann einfach losfliegen, um die Fahrzeuge zu überholen und ihnen die Patienten wegzuschnappen“, berichtet ein Flugretter.

(kurier) Erstellt am 23.02.2013, 08:11


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