Meldestelle: 310 Hinweise auf Kinderpornos

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Foto: APA/HELMUT FOHRINGER „Täter können sich nicht sicher fühlen“, sagt Innenministerin Mikl-Leitner.

Bundeskriminalamt forschte Deutschen aus, der für Live-Missbrauch bezahlte.

Er überwies Geld auf die Philippinen, um sich den Missbrauch an zwei zwölfjährigen Kindern live über das Internet anschauen und Anweisungen geben zu können. Auf Facebook teilte er abscheuliche pornografische Fotos eines Kleinkinds.

Der Fall eines 35-jährigen Deutschen mit Wohnsitz in Österreich ist für die Ermittler des Bundeskriminalamts (BK) beispielhaft: Der Hinweis auf die Umtriebe des Mannes kamen nämlich über eine Meldestelle, die 1998 beim BK eingerichtet wurde. Ausgeforscht wurde der Täter in Zusammenarbeit mit den US-Behörden über sein Facebook-Profil. Bei einer Hausdurchsuchung konnten dann etliche Datenträger sichergestellt und Hinweise auf den philippinischen Mittäter gefunden werden.

Rückgang in Österreich

Die 1998 eingerichtete Meldestelle für Kinderpornografie und Kindersextourismus verzeichnet 2015 zwar einen Anstieg an Hinweisen, der Österreich-Bezug ist allerdings rückläufig, wie aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Freiheitlichen hervorgeht.

Laut Innenministerium gingen im Vorjahr 2742 Hinweise ein (2014: 2106), davon bezogen sich 310 auf österreichische Tatverdächtige (2014: 374).

Die Ermittler setzen auf internationale Zusammenarbeit: Im Rahmen der Europol-Operation "Pacifier" wurde ein Italiener festgenommen und ein Server beschlagnahmt. Dabei tauchten etwa 50 verdächtige IP-Adressen aus Österreich auf. Durch Ermittlungen der jeweiligen Landeskriminalämter kam es bereits zu einigen Anzeigen. "Die Ermittlungen sind noch im Gang", heißt es vom BK.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner betont, wie wichtig die Jagd der BK-Ermittler auf Missbrauchstäter im Netz ist: "Wir wollen den Tätern zeigen, dass sie sich auch im vermeintlich anonymen Internet niemals sicher fühlen können."

Hinweise an die Meldestelle sind per Brief, Mail oder telefonisch möglich – auch anonym. Die Straftaten können außerdem bei jeder Polizeidienststelle angezeigt werden. Nähere Infos unter: bmi.gv.at/cms/BK/meldestellen/kinder.

(kurier) Erstellt am
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