Kriminalstatis­tik 2015: Schlepperei explodiert, Syrer sind nicht auffällig

Nickelsdorf, Polizei, Kontrolle, Schlepper, Flücht
Foto: KURIER/Franz Gruber .

Die Anzeigen sind insgesamt gesunken, die Aufklärung gestiegen. Autodiebstähle gehen genauso zurück wie Wohnungseinbrüche.

Mit 517.870 angezeigten Delikten ist die Zahl der Anzeigen in Österreich im Jahr 2015 um 1,9 Prozent gegenüber 2014 gesunken. Dies bedeutet wie in den Jahren zuvor einen Rückgang und den niedrigsten Wert seit zehn Jahren. Die Aufklärungsquote ist um 0,9 Prozentpunkte auf 44 Prozent gestiegen und ist somit ebenfalls die höchste Quote der letzten zehn Jahre.

Dies präsentierten der Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, der Direktor des Bundeskriminalamtes, General Franz Lang und der Stellvertretende Europol-Direktor Oldrich Martinu am Donnerstag im Zuge der Veröffentlichung der Kriminalstatistik des Jahres 2015. Es handelt sich dabei um die bei der der Polizei angezeigten und an das Gericht übermittelten Straftaten, nicht um die Zahl der tatsächlichen Verurteilungen.

Schlepperei

Einen Rekordanstieg verzeichnet die Schlepperkriminalität mit 9.569 angezeigten Fällen, was einen Anstieg um 84,9 Prozent gegenüber 2014 bedeutet. Laut Europol hatten im vergangenen Jahr über 90 Prozent der Migranten die Hilfe von Schleppern in Anspruch genommen. Europol rechnet damit, dass sich die Profite der Schlepperorganisationen 2016 verdoppeln oder verdreifachen.

Nickelsdorf, Polizei, Kontrolle, Schlepper, Flücht Foto: KURIER/Franz Gruber

Ausländerkriminalität

Bei den insgesamt 250.618 ausgeforschten Tatverdächtigen handelt es sich bei 37 Prozent um ausländische Personen. Die Statistik wird angeführt von Rumänien (9.624), Deutschland (9.161), Serbien (8.568), Türkei (6.398), Bosnien-Herzegowina (5.232), Ungarn (4.348), Slowakei (3.573), Afghanistan (3.269), Polen (3.171), Russische Föderation – Tschetschenien (3.008). Eine Analyse der Opfer und auch der Tatverdächtigen zeigt, dass es sich bei beiden Gruppen zu rund zwei Drittel um inländische und zu rund einem Drittel um fremde Personen handelt. Die Gruppe der Syrer rangiert weit hinten. In absoluten Zahlen ist die Zahl der Straftaten verursacht durch Asylwerbende in Österreich 2015 um 38,8 Prozent gestiegen. Stellt man jedoch der Gesamtzahl der in Österreich Asylsuchenden die Zahl der tatverdächtigen Asylsuchenden gegenüber, so war diese 2015 in Relation stark rückläufig: waren 2014 von 1.000 Asylwerberinnen und -werbern 371 Personen straffällig, so waren 2015 weniger als die Hälfte davon, nämlich nur noch 161 Personen, tatverdächtig.

Die größte Gruppe der fremden Tatverdächtigen ist jene ohne Beschäftigung (28,6 Prozent), gefolgt von den Arbeitnehmenden (25,5 Prozent) und den Asylwerbenden (15,6 Prozent). Damit wurde erstmals die Anzahl an tatverdächtigen Touristinnen und Touristen (12,5 Prozent) überholt.

Kfz-Diebstähle

Rückläufig waren auch die Diebstähle von Kraftfahrzeugen. 3.326 als gestohlen gemeldete Lastkraftwägen, Personenkraftwägen und Krafträden bedeuteten einen  10-Jahres-Tiefstand. Diesen Erfolg führen die Ermittler auf Strukturermittlungen in östlichen Nachbarländern und am Balkan der Soko Kfz zurück.

Ein Autodieb bei der Arbeit. Vor allem deutsche Fabrikate stehen bei Langfingern hoch im Kurs. Foto: APA

Wohnungseinbrüche

Die Zahl der Anzeigen von Einbrüchen in Wohnungen und Wohnhäuser ist im Vorjahr von 17.110 im Jahr 2014 auf 15.516 gesunken. Bei 40 Prozent der Einbrüche scheiterten die Täter und es blieb nur beim Versuch. Das entspricht einem Rückgang von 9,3 Prozent. Zu den Tatverdächtigen zählen vorwiegend kroatische, rumänische und serbische Staatsangehörige.

Einbrecher Foto: apa

Gewaltkriminalität

Die Anzeigen hinsichtlich Gewaltkriminalität sind von 40.184 auf 40.333 Anzeigen gestiegen. 39 Mordfälle waren aufzuklären. Im Jahr 2014 war es nur ein Fall weniger.

Kriminalitätsstatistik 2015, Kriminalität, Schlepperei Foto: kurier

(kurier) Erstellt am
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