Klagen gegen teure Aufsperrdienste

Pickerl
Foto: Kurier/Schaffer Aktion – Nicht alle Angebote sind seriös. Die Innung macht via 24-Stunden-Hotline gegen "Schwarze Schafe" mobil.

Unseriösen Anbietern unter Schlüsseldiensten geht es an den Kragen: Die Innung bietet Kunden nun sogar Rechtshilfe an.

Die Eingangstüre fällt ins Schloss und der Schlüssel liegt in der Wohnung. Oder – noch dramatischer – die Wohnungsschlüssel werden samt Ausweis und Adressangabe gestohlen. In beiden Fällen heißt es rasch handeln. In beiden Fällen kommen dann Aufsperrdienste zum Zug.

Aber genau hier beginnen oft die Probleme: Ruft man nämliche einen x-beliebigen Aufsperrdienst an, kann man seine Wunder erleben. Kunden berichten von weit überhöhten Rechnungen, Barzahlungen an der Haustüre und von Einschüchterungsversuchen.

Beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) stapeln sich die Beschwerdefälle. Expertin Renate Wagner: "Meist geht es um exorbitante Rechnungsbeträge oder es werden Schlösser beschädigt, um neue, teure einbauen zu können. Auch Bedrohungen sind schon vorgekommen."

Abzocker

Seit Wochen recherchiert ein ORF-Team von "Wien heute" über die Abzocker der Branche. Dem Team liegen Dutzende besonders grobe Verstöße der Schlüsseldienste vor. Besonders auffällig: ein Schlüsseldienst im Bezirk Landstraße.

Vom Aufsperrdienst "Stachl" wurden laut einer dem KURIER vorliegenden Rechnung für drei Schlösser 380 € verlangt, für das (meist unnötige) Aufbohren zusätzlich 210 € und für das neue Schloss 180 €. Damit nicht genug: Dazu kamen noch 440 € für die Arbeitszeit und 120 € für die Schlüssel. Der Endbetrag von 1800 € liege um mehr als die Hälfte über dem Kostenrahmen der Branche, bestätigt Innungsobmann Georg Senft dem KURIER.

Es geht noch teurer. Einer Geschäftsfrau wurden für den Aufsperrdienst und ein neues Schloss satte 3024 € verrechnet. Vor allem ältere Personen sind den Abzockern meist hilflos ausgeliefert und trauen sich nicht zu klagen.

Innungsmeister Georg Senft will nun mit den "Schwarzen Schafen" der Branche hart abrechnen, um damit die meist seriösen Anbieter besser schützen zu können: "Wir leiten Beschwerden dem Schutzverband gegen unlauteren Wettbewerb weiter und unterstützen Geschädigte juristisch, wenn sie Firmen klagen wollen."

Die Schlosserinnung hat gegen die Firma Stachl (Eurokey) auch schon wegen unlauterer und illegaler Pickerlkleber auf Hausanschlägen erfolgreich geklagt.

TIPP

Sicherheit für Kunden bietet das "Kuratorium für Einbruchsschutz und Objektsicherung" (KEO) mit dem Gütesiegel für "saubere" Firmen.

KEO hat eine 24-Stunden-Hotline eingerichtet: (01) 513 513 8

(kurier) Erstellt am
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