Felbertauern: Zweite Sprengung erfolgreich

AUSTRIA LANDSLIDE
Foto: APA/EXPA/ JÜREGEN FEICHTER Ab nächster Woche wird das Gelände von losem Gesteinsmaterial befreit.

Diese Woche beginnen die Aufräumarbeiten. Die Straße bleibt bis auf weiteres gesperrt.

Die zweite Sprengung nach dem massiven Geröllsturz auf die Felbertauernstraße in Osttirol ist am Sonntag erfolgreich abgeschlossen worden. Vorerst seien keine weiteren geplant, sagte Michael Köll, der technische Leiter der Felbertauernstraßen AG. Bis in diese Woche hinein sollen "Beräumungsmaßnahmen" durchgeführt werden. Dabei werden sich Arbeiter abseilen und das Gelände von losem Material wie Gesteinsbrocken befreien.

Diese Arbeiten seien sehr aufwendig und zeitintensiv. Köll rechnete damit, dass sie bis in die nächste Woche hinein andauern werden. Bei einer ersten Sprengung am vergangenen Donnerstag seien rund 7000 Kubikmeter gelöst worden, erklärte Köll: "Heute haben wir die restlichen 3.000 Kubikmeter abgesprengt". Gleichzeitig mit den Beräumungsmaßnahmen könne vereinzelt mit den Ankerungsmaßnahmen begonnen werden.

In der Nacht auf Dienstag waren rund 35.000 Kubikmeter Geröll und Fels auf die Felbertauernstraße gestürzt. Dabei wurde eine Lawinengalerie auf einer Länge von 95 Metern komplett zerstört. Noch nicht ausgeschlossen wurde, dass es Verschüttete gibt. Bei der Polizei ging bisher jedoch keine Vermisstenmeldung ein. Wann die Felbertauernstraße wieder benutzbar sein wird, ist unklar.

Mehr Infos dazu und zu möglichen Ausweichrouten gibt es hier.

Der Erdrutsch auf der Felbertaurenstraße, die Osttirol und Salzburg verbindet, hat sich am 14. Mai um 1.38 Uhr ereignet. Mit einem lauten Knall, der kilomterweit zu hören war, brach plötzlich der Hang ab. Die Schildalmgalerie wurde dabei auf einer Länge von rund 100 Metern verschüttet. Die als Lawinengalerei gebaute Konstruktion wurde komplett zerstört. Nach ersten Schätzungen von Landesgeologen Gunther Heißel sollen bis zu 35.000 Kubikmeter Geröll und Erdreich in Bewegung geraten sein. Bei der betroffenen Stelle handle es sich um einen gut bewaldeten Bereich, der an sich als nicht besonders gefährdet eingestuft gewesen war.

  Ein Hubschrauber flog über die Abbruchstelle der Hangrutschung. Hier lösten sich die Gesteinsmassen vom Fels. Die einmal im Jahr stattfindende Kontrolle ist derzeit gerade in Gang. Ob diese Stelle bereits kontrolliert wurde, ist noch offen. Als eine mögliche Unglücksursache gilt die Schneeschmelze der letzten Wochen, die viel Wasser mit sich gebracht hatte.  Die Felbertauerntraße bleibt voraussichtlich bis nach Pfingsten gesperrt. Die anfängliche Vermutung, ein Pkw befinde sich unter den Gesteinsmassen, hat sich nicht erhärtet. Am Donnerstag wurde eine so genannte Kennenlernsprengung durchgeführt. Lockeres Gestein wurde weggesprengt.

(apa / dk) Erstellt am

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