Billige Bustickets für "Demo-Touristen"

WIEN: DEMONSTRATION GEGEN DEN AKADEMIKERBALL DER F
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET Aus dem Ausland werden im Jänner viele Demonstranten erwartet.<span> </span>

Protest: In sieben deutschen Städten wurden schon Busse organisiert. Neun weitere sollen folgen.

Zehn Euro kostet eine Fahrkarte ab München, wer beispielsweise aus Göttigen zur "NOWKR-Demo" anreisen will, muss 25 Euro hinblättern. Die Organisation der Proteste gegen den Akademikerball läuft einen Monat vor der Veranstaltung am 30. Jänner auf Hochtouren.

Nach den medienwirksamen Ausschreitungen beim Ball 2014, wollen dieses Jahr so viele "Demo-Touristen" aus dem Ausland anreisen wie noch nie. Auch in Italien, Tschechien und der Slowakei werden Busse für Demonstranten bereitgestellt.

Als "Reiseveranstalter" fungieren die verschiedenen linken und sozialistischen Gruppierungen. Nicht immer wurden die "Demo-Touristen" aber von österreichischen Organisationen eingeladen. "Natürlich begrüßen wir jede Unterstützung, die wir bekommen. Wir selbst mobilisieren aber nur in Österreich", erklärte Käthe Lichter von der Offensive gegen Rechts (OGR) auf KURIER-Anfrage.

Die OGR distanzierte sich schon im Vorfeld von jeglicher Art von Gewalt, was durch die öffentliche Ankündigung der Blockadepunkte am Tag des Balls noch einmal unterstrichen wurde. "Wir werden blockieren, aber auf jeden Fall gewaltlos bleiben", erklärt Lichter weiter.

Verwirrung um Anzeige

Im Vorfeld des Balls sind die Linken aber derzeit mit einer anderen Angelegenheit beschäftigt, nämlich einer Anzeige des Wiener FPÖ-Gemeinderats und Ballorganisators Udo Guggenbichler.

Durch Sachverhaltsdarstellungen soll die Staatsanwaltschaft klären, ob schon allein durch die Blockadeaufrufe Straftatbestände erfüllt werden. Die Anzeige, die über die Medien bekannt wurde, wirft bei der OGR derzeit noch einige Fragen auf, denn: "Wir wissen nicht einmal, ob unsere Organisation auch angezeigt wurde", sagt Lichter.

Während die österreichischen Organisationen heuer besonders zur Gewaltfreiheit aufrufen, kursieren im Internet fragwürdige Einträge. Auf Twitter wurden zum Beispiel Fotos geteilt, auf denen Böller und Feuerwerkskörper zu sehen sind. Der Kommentar dazu lautet: "Zu Silvester noch schnell für den 30. 1. eindecken!!! Die polnischen Knaller sind die besten."

(kurier) Erstellt am
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