Letztes Update am 21.06.2012, 14:24
Mehrere Menschen waren von Wassermassen eingeschlossen. Mehr als 3.500 Feuerwehrleute leisteten Hilfe.
Nicht nur starke Regenfälle, sondern richtige Wassermassen alarmierten in der Nacht auf Donnerstag ganz Oberösterreich. Das schwere Unwetter führte zu gefährlichen Situationen: In Aspach (Bezirk Braunau) befreite sich ein 25-jähriger Mann aus seinem Auto, kurz bevor es von den Wassermassen mitgerissen wurde. In Polling im selben Bezirk stand den Einsatzkräften auf dem Weg zu einer eingeschlossenen Frau das Wasser bis zur Brust. Knapp 200 Feuerwehren wurden alarmiert, mehr als 3.500 Mann leisteten Hilfe.
Kurz vor 23.00 Uhr trat in Aspach die Waldzeller Ache über die Ufer und überflutete binnen weniger Minuten die Wildenauer Landesstraße (L507). Das berichtet die Polizei-Pressestelle in einer Aussendung. Unzählige Gebäude standen unter Wasser und wurden stark beschädigt. In Aurolzmünster (Bezirk Ried im Innkreis) ging ein Mann nach einem Stromausfall in den Keller seines Hauses und wurde ebenfalls von den Fluten eingeschlossen. Um wieder ins Freie zu gelangen, musste er durch die Garage tauchen, bis ihm die Feuerwehr zu Hilfe kam.
Kurz nach 1.00 Uhr befreite die Feuerwehr eine pflegebedürftige Frau und ihren Mann aus ihrem Haus. Das Wasser reichte bereits bis zur Bettkante. Die Feuerwehrmänner arbeiteten sich rund 100 Meter zu Fuß durch die Flut, bis sie das Gebäude erreichten. Die 85-Jährige lag im Erdgeschoß, ihr 89 Jahre alter Mann befand sich im ersten Stock. Die beiden erlitten keine Verletzungen, waren aber stark unterkühlt.
Auch der Zugverkehr war vom Unwetter betroffen, so das Landesfeuerwehrkommando. Die Verbindung zwischen Wernstein (Bezirk Schärding) und Passau in Bayern musste wegen Vermurung gesperrt werden. In Mehrnbach (Bezirk Ried im Innkreis) wurden die Gleise der ÖBB-Strecke Ried-Braunau unterspült und konnte nicht mehr befahren werden. Der betroffene Abschnitt ist voraussichtlich bis Samstag gesperrt.
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