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KURIER
(Symbolbild)
(Symbolbild) - Foto: AP/Martin Oeser

Letztes Update am 22.02.2013, 22:00

Trotz schwerer Vorwürfe gegen Heimleiter: „Pflege wurde nicht vernachlässigt“. Heimaufsicht will eine rasche Lösung für den Alkohol- und Sexskandal im Bezirk Linz-Land.

Eine Kiste  Bier pro Monat ist mir wirklich nicht aufgefallen“, rechtfertigt sich Gertrude Strigl, Direktorin des Sozialhilfeverbands Linz-Land, auf KURIER-Anfrage zu den angeblichen Alkohol-Eskapaden in einem Altenheim des Bezirks. Sie hat die Kontrolle der insgesamt neun Heime mit 850 Mitarbeitern des Trägerverbands über.

Gertraud Strigl, Direktion Sozialhilfeverband Linz…
Direktorin Strigl: „Die Bewohner haben davon nichts bemerkt“ - Foto: SHV Linz-Land
Erste Hinweise auf die Vorkommnisse, die in dieser Woche an die Öffentlichkeit gedrungen sind, habe der nun beschuldigte Heimleiter  Ende Jänner persönlich an sie herangetragen. „Er hat mir bei den Quartalsgesprächen von internen Spannungen berichtet.“ Daraufhin habe die Direktorin Kontakt zu einigen Mitarbeitern aufgenommen. „Es ist unfassbar, wie weit die Angaben auseinanderklaffen“, sagt sie. Während einige den Führungsstil ihres Chefs als „angenehm locker“ bezeichnet hatten, erhoben andere schwere Vorwürfe. Die Rede war von feuchtfröhlichen Partys und teilweise massiver sexueller Belästigung. Der Sozialhilfeverband habe den Verdacht, der sich nach einem anonymen Brief erhärtet hat, überprüft und will dienstrechtliche Konsequenzen ziehen.


Der Beschuldigte hat nun einen zweiwöchigen Urlaub angetreten – „unabhängig von den Ermittlungen“, betont Obmann und Bezirkshauptmann Manfred Hageneder. Der 52-Jährige sei sofort vom angeblichen Opfer getrennt worden. Das sei die einzig korrekte Vorgangsweise. Die Staatsanwaltschaft Steyr prüft, ob ein strafrechtlicher Tatbestand vorliegt.

Pflege einwandfrei

Unabhängig davon, ob die Anschuldigungen stimmen, habe die Pflege in keinster Weise unter den Vorgängen hinter verschlossenen Personaltüren gelitten, betont Direktorin Strigl und bekommt Rückendeckung von einem Angehörigen. „Für die Pfleger lege ich meine Hand ins Feuer. Sie haben meine Mutter immer bestens versorgt“, sagt Wolfgang P.

Mängel konnte auch die Heimaufsicht des Landes nicht feststellen, bestätigt Albert Hinterreitner aus dem Büro von Soziallandesrat Josef Ackerl. „Die Routinekontrollen waren einwandfrei. Wenn es in der Pflege Missstände gegeben hätte, wären wir durch Angehörige sicher viel früher alarmiert worden.“ Die Heimaufsicht drängt auf eine rasche Lösung des internen Konflikts.

(KURIER) Erstellt am 22.02.2013, 22:00


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