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FP-Stadtrat Detlef Wimmer und Mario M. (re.) gehören seit Freitag nicht mehr derselben Partei an.
FP-Stadtrat Detlef Wimmer und Mario M. (re.) gehören seit Freitag nicht mehr derselben Partei an. - Foto: Cityfoto.at

Letztes Update am 22.02.2013, 19:16

Linzer FPÖ-Funktionär tritt nach der Affäre um braune Videos aus der Partei aus. 42-Jähriger hatte auf Facebook-Seite Musikclips von Neonazi-Bands beworben.

Es ist der dritte FPÖ-Funktionär in OÖ, der binnen weniger Tage wegen Sympathie für den rechtsextremen Rand den Hut nehmen musste.  Nach den beiden in der Vorwoche zurückgetretenen Innviertler Mandataren Fabian W. und Michael G. legte am Freitag auch der Linzer Funktionär Mario M. seine Parteimitgliedschaft nieder. „Er ist ab sofort nicht mehr Teil unserer Gesinnungsgemeinschaft“, bestätigt Stadtparteiobmann Detlef Wimmer.

Wie der KURIER berichtete, hatte M. im August 2011 auf seiner Facebook-Pinwand vier Videos der Neonazi-Band „Zillertaler Türkenjäger“ beworben. In Deutschland ist eine Bewerbung und Verbreitung der Tonträger dieser Gruppe verboten. Ihre CD „12 doitsche Stimmungshits“ wurde wegen Volksverhetzung bundesweit beschlagnahmt. M. platzierte auf seiner Pinnwand unter anderem einen Clip des Liedes „Arisches Kind“, das die „Türkenjäger“ mit der kriminellen Vereinigung „Landser“ eingespielt hatten. In einer Textzeile heißt es etwa: „Gut ist immer nur ein Mensch mit reinem Blut“.


Der 42-jährige Funktionär, der auch Mitarbeiter eine Sicherheitsfirma ist, bewarb zudem eine Demo der rechtsextremen deutschen NPD.
„Die veröffentlichten Inhalte sind absolut indiskutabel“, betonte FP-Stadtparteiobmann Detlef Wimmer am Donnerstag. M. soll ihm gegenüber erklärt haben, dass die Postings eine große Dummheit gewesen seien, die er inzwischen bereue. „Er hat seine Einträge später auch wieder gelöscht“, versicherte Wimmer und kündigte an, dass die Parteigremien in ein paar Tagen zusammentreten und darüber entscheiden würden, ob M. aus der FPÖ ausgeschlossen werde.

Unwahrheit

Als Wimmer aber am Freitagnachmittag durch den KURIER  erfuhr, dass sein Kollege – trotz gegenteiliger Beteuerungen – nicht alle braunen Videos von der Pinwand entfernt hatte, reagierte die Partei prompt. „Damit ist ein Punkt überschritten, der nicht länger zu akzeptieren ist“, erklärte Wimmer. M. rechtfertigte sich damit, dass er bei den Tilgungsversuchen vermutlich „etwas übersehen“ habe. Laut Wimmer legte er seine FP-Mitgliedschaft dann freiwillig nieder. Auch auf der Homepage der Ortsgruppe scheint er nicht mehr auf. Wimmer: „Vermutlich ist er damit einem Ausschluss zuvorgekommen.“
Der Landesverfassungsschutz (LVT) ermittelt.

(Kurier) Erstellt am 22.02.2013, 23:12

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