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Kurier Fotowettbewerb 2014
Die 19-jährige Monika Simmer wurde im März 1992 ermordet, ihr Vater Franz Simmer will endlich abschließen können.
Die 19-jährige Monika Simmer wurde im März 1992 ermordet, ihr Vater Franz Simmer will endlich abschließen können. - Foto: Hörmandinger

Letztes Update am 27.12.2012, 12:21

Mörder von Linzer Kellnerin gefasst. Monika Simmer wurde 1992 erstochen. Erst jetzt wurde ein Verdächtiger festgenommen.

Einer der rätselhaftesten Mordfälle der oberösterreichischen Kriminalgeschichte steht nach mehr als 20 Jahren unmittelbar vor der Klärung. Slowenische Sicherheitsbehörden alarmierten Donnerstagfrüh das Bundeskriminalamt in Wien, dass bei einer Personenkontrolle ein mit europäischem Haftbefehl gesuchter Kroate festgenommen werden konnte. Der 44-Jährige steht im dringenden Verdacht, am 10. März 1992 in einem Spiellokal in Linz die Kellnerin Monika Simmer getötet zu haben.

DNA-Abgleich

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Foto: Repro Kurier
Die 19-Jährige war kurz vor Geschäftsschluss – vermutlich von ihrem letzten Gast – mit Fäusten und einer Bierflasche attackiert worden. Die junge Frau wurde gewürgt und mit einem abgebrochenen Glas, das ihr der Mörder in den Hals rammte, erstochen. Die Suche nach dem Unbekannten gestaltete sich extrem aufwendig. Mehr als 55 Männer wurden erfolglos überprüft. Den Ermittlern bereitete aber auch das Motiv Kopfzerbrechen. Aus der Tageslosung fehlten 3150 Schilling (229 Euro), der Großteil der Einnahmen – 26.000 Schilling (1889 Euro) – blieb jedoch in der Kassa. Auf Simmers Strumpfhose und in ihrer Handtasche wurde ein Grob-DNA-Profil sichergestellt, das erst heuer im Mai einer Person zugeordnet werden konnte. Ein Datenbank-Abgleich führte zu dem Kroaten, der daraufhin europaweit zur Fahndung ausgeschrieben wurde.


„Das Bezirksgericht in Ptuj hat nun 30 Tage Zeit zu entscheiden, ob der Verdächtige nach Österreich überstellt wird“, sagt Philip Christl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Linz. Legt der Mann aber Rekurs ein, könne sich seine Auslieferung um weitere 30 Tage verzögern.

„Ich hoffe, ich erlebe noch, dass der Mord gesühnt und der Gerechtigkeit zum Sieg verholfen wird“, sagt Franz Simmer, Vater des Mordopfers, im KURIER-Gespräch. Jeden Sonntag spaziert der 76-Jährige zum Grab der Tochter und betet für sie. „Ich möchte ein für allemal abschließen können und erfahren, warum die Monika sterben musste.“ Ruhe finde er erst, wenn der Täter rechtskräftig verurteilt ist.

(KURIER) Erstellt am 27.12.2012, 12:21


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