Diözese sensibilisiert Pfarren zu mehr Sicherheit

Nach Übergriffen: Landeskriminalamt schult Kirchenmitarbeiter.

In Laakirchen wurde am Mittwoch das Pfarramt überfallen Adolf Wöss, Chef der LKA-Präventionsabteilung: "Kriminelle suchen fast immer den Weg des geringsten Widerstandes"

Der Überfall am Mittwoch auf den Pfarrer von Laakirchen (OÖ) und dessen Sekretärin hat leider verdeutlicht, wie verwundbar kirchliche Einrichtungen und deren Personal sein können. Drei unbekannte Täter kamen ins Pfarramt, fesselten die beiden mit Kabelbindern und verklebten ihnen die Münder. Die mit einer Pistole bewaffneten Räuber plünderten mehrere Handkassen und flüchteten mit mehr als 2000 Euro Beute.

In der Diözese Linz weiß man von solchen Gefahren. Das Thema Sicherheit soll intern nun verstärkt thematisiert werden: "Uns geht es vor allem darum, mehr Bewusstsein dafür zu schaffen und aufzuzeigen, wie man einigermaßen unkompliziert und kostengünstig die Sicherheitsvorkehrungen verbessern kann", sagt Michael Kraml, Sprecher der Diözese.

Gefahren-Workshop

Im Schloss Puchberg in Wels fand diese Woche – unabhängig vom Vorfall in Laakirchen – eine Tagung der Pfarrsekretärinnen zu dem Thema statt. Bei einem Gefahren-Workshop samt Vortrag von Experten der Kriminalprävention des oberösterreichischen Landeskriminalamts (LKA) wurden verschiedenste Szenarien durchexerziert.

"Unser Ziel lautet nicht, Hochsicherheitstrakte aus Pfarrhöfen und Kirchen zu machen, denn häufig würden auch schon kleine Dinge wie ein Bewegungsmelder, ein Türspion oder eine Sicherheitskette etwas bewirken", betont Kraml. Größere bauliche Investitionen seien meist gar nicht erforderlich.

Prävention vor Ort

Das bestätigt auch Adolf Wöss, Chef der Präventionsabteilung im LKA. "Kriminelle suchen fast immer den Weg des geringsten Widerstands. Wird ihnen der Zutritt erschwert, nimmt damit auch sofort die Attraktivität ab, einzudringen." Elektrische oder mechanische Zutrittskontrollen, gekoppelt mit Kameras oder Glocken, wie etwa in den meisten Juwelierläden üblich, seien probate Möglichkeiten, dass Zutritte nicht unbemerkt bleiben.

Bedrohungsszenarien sollten unbedingt gedanklich durchgespielt werden. Auf die Weise könne man in Ruhe überlegen, welcher der beste Fluchtweg sei und wie man andere auf eine Notsituation aufmerksam machen kann. "Im Ernstfall steht man dann auch nicht so unter Stress", sagt Wöss. Von Bewaffnung rät er ab – nicht einmal ein Pfefferspray sei zu empfehlen: "In geschlossenen Räumen setzt man sich damit vielleicht selbst schachmatt."

Laut Kraml soll die Sicherheitsprävention nun vor Ort in den Pfarrhöfen fortgesetzt werden: "Der Prozess läuft länger, wir bleiben am Thema dran."

(kurier) Erstellt am
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