Letztes Update am 05.07.2012, 20:00
Heftige Unwetter zogen am Donnerstag über Teile des Landes hinweg.
Nach Temperaturen von mehr als 30 Grad verfinsterte sich am Donnerstagnachmittag in Teilen des Landes der Himmel. Eine Gewitterfront zog mit Hagel und extremen Regenfällen vom Bezirk Ried ausgehend über Linz bis ins Mühlviertel.
Sturmspitzen von bis zu 80 km/h wurden gemessen. Mehr als 2800 Mann standen bei 205 Einsätzen wegen überfluteter Keller und Unterführungen sowie umgerissener Bäume im Einsatz. „Die Reaktionszeit war extrem kurz. Nur zehn Minuten nachdem die Meldung der ZAMG-Meteorologen gekommen ist, ging es los“, sagt ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos.
Bäume auf A8
Besonders heftig wüteten die Unwetter im Bezirk Grieskirchen. Hier kam es auch zu Stromausfällen. Auf der Innkreisautobahn (A8) zwischen Haag und Aistersheim entfernten die Einsatzkräfte umgeknickte Bäume von der Fahrbahn. „Die Aus- und Abfahrten waren eine Stunde gesperrt, Bäume lagen in den Stromleitungen und stürzten auf Häuser“, schildert Albert Voithofer von der Feuerwehr Haag am Hausruck. Ersten Informationen zufolge soll es keine Verletzten gegeben haben.
Befreiung
Gegen 18 Uhr erreichten orkanartige Böen, begleitet von Starkregen und Hagel den Zentralraum. Bis zu 40 Liter pro Quadratmeter wurden binnen einer Dreiviertelstunde gemessen.
Besonders arg traf es die Gemeinde Ansfelden. 70 Feuerwehreinsätze wurden allein in den dortigen Ortschaften gezählt. Zahlreiche Keller und auch Unterführungen standen unter Wasser. Zwei Personen waren in einer Durchfahrt in Nettingsdorf von den Wassermassen im Auto eingeschlossen. Sie sollen trotz Absperrungen mit ihrem Wagen in den Gefahrenbereich gefahren sein. Der Regen prasselte unerbittlich.
„Auf Niederschläge dieser Intensität waren wir nicht eingestellt – zum Glück war es aber schnell vorbei“, erzählt Einsatzleiter Walter Ehrentraut erleichtert. Die Aufräumarbeiten dauerten bis in die Nachtstunden.
Auch im Linzer Stadtgebiet öffneten sich abrupt die Himmelsschleusen. Autofahrer kämpften sich durch überflutete Straßen. In Urfahr mussten Einsatzkräfte das Blechdach eines Hochhauses sichern, das der Sturm aufgerollt hatte. Entlang der A7 knickten Bäume. Leicht abgeschwächt zog die Front in Richtung Mühlviertel.
„Wir müssen die ganze Nacht Keller auspumpen. Dabei ziehen die Kameraden in allen Gemeinden aber an einem Strang. Im Ernstfall hallten wir alle fest zusammen“, erklärte ein Offizier der Landesfeuerwehrzentrale am späten Abend.
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