Zur mobilen Ansicht wechseln »
KURIER Romy 2014
Foto: KURIER

Letztes Update am 21.09.2012, 06:15

Zwei Öko-Pioniere liegen im Clinch. Großschönau: Ein Stiftungschef wirft Bürgermeister Fördermissbrauch und Betrug vor. Der wehrt sich gegen die Anschuldigungen.

Mir reichts", sagt Johannes Hahn. Er will nicht mehr länger zusehen. Seit Jahren fühlt sich der Gründer der PAN-Gemeinschaft in Großschönau, Bezirk Gmünd, von seiner Gemeinde benachteiligt.

Daher hat er jetzt die Kampagne "Gläserne Gemeinde" gestartet und erhebt darin schwere Vorwürfe gegen Bürgermeister Martin Bruckner. Von Betrug und Fördermissbrauch ist die Rede.


"Ich bekomme keine Förderungen. Gleichzeitig muss ich aber mit ansehen, wie das Passivhausprojekt ’Sonnenplatz’ fast nur mit öffentlichen Mitteln errichtet wird, obwohl es wirtschaftlich im Besitz der Familie Bruckner ist", kritisiert Hahn.

Martin Bruckner ist nicht nur Gemeindechef, sondern auch Geschäftsführer des "Passivhausdorfs zum Probewohnen". Sein Bruder Josef ist ebenfalls Geschäftsführer und Obmann des Vereins "Sonnenplatz".

"Mit meiner Initiative will ich nun mehr Transparenz in die Gemeindepolitik bringen", sagt Johannes Hahn, der in seiner PAN-Gemeinschaft auch nachhaltige Bildungsprojekte leitet. Er wirft den Brüdern Bruckner vor, dass sie als Betreiber der "Sonnenplatz GmbH" private und öffentliche Interessen vermischen. "Beim Zubau des Sonnenplatzes wurden Grenzen der Gesetzmäßigkeit überschritten, was meine Recherchen klar ergaben", betont Hahn. Es sei nicht tolerierbar, Fördermittel über Vereine zu lukrieren, die letztlich in einer Firma landen, deren Eigentum "im Privatbesitz ist", sagt Hahn. Zwar habe er bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet, doch die sei nicht tätig geworden. "Und das, obwohl sich alle Indizien verdichten", ergänzt Hahn. Für ihn sei auch untragbar, dass Bürger Grundstücke verkaufen, weil sie glauben, der Gemeinde dienlich zu sein. "In Wahrheit helfen sie nur den Bruckners, weil deren Darstellung irreführend ist", sagt Hahn, der die Kritik auf einer Webseite veröffentlicht hat .

Ob Bürgermeister Martin Bruckner dagegen vorgehen wird, will er juristisch prüfen lassen. Die Anschuldigungen will er im Detail nicht mehr kommentieren. "Damit haben sich bereits Gerichte und Staatsanwaltschaft mehrmals beschäftigt. Es ist aber nie etwas rausgekommen", betont Bürgermeister Bruckner, der überzeugt ist, dass er die best geprüfteste Person im Land sei. Er halte sich immer an die Gesetze und Verordnungen. "Wer mich kennt, der weiß, dass ich meine Arbeit ehrlich und korrekt erledige. Das werde ich auch weiterhin tun", ergänzt Bruckner.

(kurier) Erstellt am 20.09.2012, 21:14


Diskussion

Kommentare aktualisieren
Bitte Javascript aktivieren!