Phantom-Kinderheim im Schatten der Nazis

Wimmersdorf…
Foto: Georg Hönigsberger Die schmale Kellertreppe führte zum Duschraum. Geduscht wurde ein bis zwei Mal pro Woche

Ehemaligen Erzieherinnen werden Prügel und sexueller Missbrauch vorgeworfen: Alltag im Kinderheim Wimmersdorf.

Zweierreihe, Hand an der Hosennaht, Stillstehen, Schweigen. „Oft sind wir stundenlang so gestanden, und die Erzieherin hat daneben gestrickt“, erinnert sich ein ehemaliger Zögling des Kinderheimes Wimmersdorf. Egal ob draußen, am Fußballplatz oder im Heim. Wenn am Sonntag der Gang zur Kirche angeordnet war, marschierten die knapp 100 Burschen auch in Zweierreihe, den Zeigefinger vor den Lippen. Disziplin und Schweigen.

Wimmersdorf ist das Phantom unter den österreichischen Kinderheimen. Es war für Tausende Buben ein Ort des Schreckens. Weder vor noch nach dem Zweiten Weltkrieg ist es in offiziellen Aufzeichnungen über Kinderheime vorhanden. Auch in Unterlagen, die am Wiener Jugendamt (MA11) aufliegen, scheint es nicht auf. „Wimmersdorf war aber ein Vertragsheim der Stadt Wien“, erklärt MA11-Jurist Josef Hiebl. 1924 von der deutschen Einwandererfamilie Stellbogen als Erholungsheim gegründet, erhielt es eine Konzession, Kinder bis zu vier Wochen zu beherbergen. Erst in den 1960er-Jahren erhielt es vom Land Niederösterreich die Kinderheim-Bewilligung. Doch schon zuvor waren Kinder oft Jahre in dem Heim untergebracht, das bei Neulengbach an der Grenze Wienerwald/Tullnerfeld liegt.

Ehemalige Zöglinge haben in Eigenregie Akten und Informationen zusammengetragen und soeben den „ersten unabhängig-privaten kommissionellen Zwischenbericht Kinderheim Wimmersdorf“ vorgelegt. Sie brachten dabei einiges über die Nazi-Vergangenheit der Heimleiter, verseuchtes Trinkwasser und Mängel an Hauptschullehrern ans Tageslicht (siehe Zusatzberichte).

Strafprozess

Brisant ist zudem, dass ein im Jahr 1982 ins Rollen gekommener Strafprozess gegen die ehemalige Erzieherin Gertrude Z. (Name von der Redaktion geändert) nun wieder aufgenommen wird. Sie war in den 1980er-Jahren von einem Arzt aus gesundheitlichen Gründen (Asthma) für verhandlungsunfähig erklärt worden. Morgen, Montag, hätte sich die Frau nun erstmals vor Gericht verantworten sollen. Sie ist des Quälens oder Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen angeklagt. Doch der Prozess wurde vertagt – wieder aus gesundheitlichen Gründen. Nun wurde vom Landesgericht St. Pölten ein neues Gutachten über den Gesundheitszustand von Gertrude Z. in Auftrag gegeben.

Die Frau soll bis zur Schließung des Heimes Kinder geprügelt und misshandelt haben. In dem Strafprozess wird vermutlich auch sexueller Missbrauch ein Thema sein. Mehrere ehemalige Heimkinder berichteten dem KURIER, Opfer oder Zeugen sexuellen Missbrauchs durch Gertrude Z. geworden zu sein. Ihr Ehemann Franz Z. (Name von der Redaktion geändert), der selbst als Erzieher im Heim Wimmersdorf tätig war, weist in seinem Interview auf kurier.at sämtliche Vorwürfe zurück: „Irgendwelche Straftaten an Kindern sind nicht verübt worden. Weder sexuell noch gewalttätig.“

Zudem haben ehemalige Zöglinge aus Wimmersdorf weitere Erzieherinnen aufgespürt, die ebenfalls für ihre brutalen Erziehungsmethoden bekannt gewesen sein sollen. Ihre Namen wurden mittlerweile der Staatsanwaltschaft St. Pölten übermittelt.

Wie am Spiegelgrund

Der ehemalige Zögling Franz Pulkert verbrachte das letzte Kriegsjahr als Sechsjähriger im berüchtigten Nazi-Kinderheim am Wiener Spiegelgrund, ehe er 1945 für sieben Jahre nach Wimmersdorf kam. In einem Interview auf der Seite www.gedenkstaettesteinhof.at berichtet Pulkert: „Und wie gesagt, man hat immer gesagt, ja der Spiegelgrund, aber das ist eigentlich weitergegangen, also man ist nach Wimmersdorf gekommen, die Behandlung, das Schlagen, Treten und so weiter, das ist dort genauso gewesen. Bestimmte Erzieherinnen haben das überhaupt übertrieben, also da ist mit Handbesen …, mit allem was die erwischt haben, haben sie einen praktisch traktiert.“

Und Pulkert erinnert sich an militärischen Drill: „Und alles hat halt seine Ordnung haben müssen, Bettenbau, militärisch, ich habe eh gesagt, das Kinderheim war für mich militärischer als das Bundesheer. Wir sind ja immer marschiert und alles nach der Pfeife – ein Pfiff Gehen, zwei Pfiffe Stehenbleiben, also so ist das abgelaufen.“

„Hätte geschlossen gehört“

Die Sozialwissenschaftlerin Irmtraut Karlsson wies in ihrer 1975 veröffentlichten Wiener Heimstudie unter anderem auf die Missstände in Wimmersdorf hin. „Dieses Heim, hätte, wie etwa der Wilhelminenberg oder die Hohe Warte, bereits damals geschlossen gehört“, sagt sie heute. Doch die Schließung erfolgte erst im Jahr 1981, weil die Stadt Wien – endlich – keine Kinder mehr nach Wimmersdorf schickte.

Parteisoldaten

Kinderheim-Leiter war in NS-Zeit Bürgermeister

Bereits 1938, kurz nach dem deutschen Einmarsch in Österreich, trat Alfred Stellbogen der NSDAP bei. Er war der Leiter und Hälfte-Eigentümer des Kinderheimes Wimmersdorf. Stellbogen übte auch eine politische Funktion aus: Von 1938 bis 1945 war er Bürgermeister der Ortschaft Johannesberg, der der Weiher Wimmersdorf damals angegliedert war. Sein Schwiegersohn (selbst ehemaliger Heimerzieher) verteidigt ihn mit den Worten, der Schwiegervater habe durch den Posten nur der Wehrmacht entgehen wollen.

Alfred war aber keineswegs das einzige Familienmitglied, das sich den Nazis anschloss. Seine Frau Margarete – sie brauchte sich ja nicht vor der Wehrmacht drücken – leistete dem Führer den Diensteid und wurde 1940 Parteimitglied. Später, nach dem Zweiten Weltkrieg, leitete sie das Heim bis zur Schließung im Jahr 1981.

Auch Alfreds Bruder, Fritz Ferdinand Stellbogen, hatte sich bei den Nationalsozialisten verdingt. Er war Mitglied der Partei, der SS und Zellenleiter der Ortsgruppe Lainzer Tiergarten. Fritz Ferdinand wurde nach dem Krieg vom Volksgericht angeklagt und verurteilt. In zwei Tranchen verkaufte er seinen Hälfte-Anteil am Heim an seine Schwägerin. Das Ehepaar Alfred und Margarete Stellbogen erhielt nach dem Krieg zeitweiliges Berufsverbot, bereits 1947 wurde ihnen aber politische Unbedenklichkeit bescheinigt.

Bakterien

„Unser Trinkwasser war verseucht“

Zwei Brunnen – einer im Garten, einer im Haus – sollten die rund 100 Burschen des Heimes Wimmersdorf mit Trink- und Brauchwasser versorgen. Wie den ehemaligen Zöglingen erst jetzt, nach dem Durchforsten der Akten der niederösterreichischen Landesregierung, bewusst wurde, war das Wasser über Jahre hinweg mit Keimen und Nitrat verseucht. So stellte das Amt der nö. Landesregierung im Jahr 1977 fest, dass das Brunnenwasser „als Trinkwasser nicht geeignet“ war. Schon Jahre zuvor wurde das Wasser amtlich bemängelt. Anderes Wasser gab es im Heim jedoch nicht. Für den Tee oder die Zitronenlimonade sei es abgekocht worden, erinnern sich Zöglinge. Aber da die Heimleitung auch bei den Getränken stets gespart habe („Angst vor Bettnässen“, so ein Zögling), haben sich die Buben stets an der Wasserleitung gelabt. Mit jenem Wasser, dass mit Kolibakterien und Nitrat verseucht war. „Wie kann die Stadt Wien Kinder in ein Heim stecken, das nicht einmal sauberes Trinkwasser hat?“, ärgert sich ein ehemaliges Heimkind.

Personalakten

Hauptschule fast ohne Hauptschullehrer

Zumindest vier Lehrer, die in den 1970er-Jahren in der hausinternen Hauptschule im Kinderheim Wimmersdorf unterrichtet haben, dürften lediglich eine Zulassung als Volksschullehrer besessen haben. Das geht aus Personalakten hervor. „Einer von ihnen, Otto R., war jahrelang mein Klassenvorstand“, erinnert sich ein ehemaliger Zögling. „Einige von ihnen haben uns in fünf Fächern unterrichtet“, sagt das ehemalige Heimkind Helmut Nigg. Auch die Heimleiterin Margarete Stellbogen, habe als Volksschullehrerin bis zur Schließung des Heimes zeitweise in den Hauptschulklassen unterrichtet.

In einer Stellungnahme des Wiener Stadtschulrates heißt es, dass „gemäß der damaligen Rechtsgrundlage sämtliche Lehrer mit einer Lehramtsausbildung sehr wohl berechtigt und befähigt waren, den Unterricht in der Hauptschule zu leisten.“ Die sei rechtskonform gewesen. Heute sei dies jedoch nicht mehr die Regel – so sollen derzeit nur 20 von rund 3300 Lehrern an Hauptschulen ausgebildete Volksschullehrer sein.

Finanzen

Wo ist das ganze Geld versickert?

Wie aus Akten der niederösterreichischen Landesregierung, die dem KURIER vorliegen, hervorgeht, hat die Stadt Wien in den 1970er-Jahren für jeden Buben, der im Heim Wimmersdorf untergebracht war, 170 Schilling Taggeld an die Heimleitung bezahlt. Bei knapp 100 vom Wiener Jugendamt ins Heim geschickten Kindern macht das pro Monat eine erkleckliche Summe aus. Dazu kamen 510 Schilling für die Einkleidung der Buben. Wenn man den Schilderungen ehemaliger Zöglinge Glauben schenkt, ist ein Großteil des Geldes nicht ihnen zugutegekommen. Bei der Einkleidung habe es meist alte, zu große (oder zu kleine), zerschlissene Kleidung gegeben. „Die Unterhosen waren alt und angeschissen“, erinnert sich ein Ex-Zögling. Auch das Essen im Heim sei alles andere als vorzüglich gewesen. Im Gegensatz dazu sagt ein ehemaliger Erzieher, dass die Heimleiterin sogar privates Geld in die Einkleidung der Burschen gesteckt habe. Ein ehemaliger Zögling erinnert sich aber an „stapelweise Geldscheine“ im Büro der Direktorin.

Interview

"Irgendwelche Straftaten sind nicht verübt worden"

Ein ehemaliger Erzieher des Kinderheimes Wimmersdorf will von sexuellen Übergriffen im Heim nichts wissen. In anderen Heimen hingegen kann er sich "das schon vorstellen".

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Foto: privat

Nach schwerwiegenden Vorwürfen von ehemaligen Heimkindern, die das Kinderheim Wimmersdorf, Niederösterreich, betreffen, erklärte sich ein ehemaliger Erzieher bereit, dazu Stellung zu nehmen. Er hat sich ausbedungen, anonym zu bleiben, weshalb sein Name von der Redaktion auf Franz Z. geändert wurde. Dieser Franz Z. war nach eigenen Angaben von 1967 bis 1969 Erzieher in Wimmersdorf. Seine Frau war ebenfalls als Erzieherin in dem Heim.

Das nachstehende Interview ist die von Franz Z. autorisierte Fassung und hat in manchen Passagen mit dem eigentlich geführten Gespräch kaum noch etwas zu tun. Wir wollen den geschätzten Leserinnen und Lesern dennoch die Möglichkeit geben, seine Ausführungen zu lesen, weil sie doch Einblicke in den Heimalltag gewähren.

Franz Z.s Frau wird von ehemaligen Heimkindern vorgeworfen, die Buben in den 1970er-Jahren sexuell missbraucht zu haben. Im ursprünglichen Interview hat Franz Z. auf diese Anschuldigungen geantwortet, zog diese Antwort jedoch nachträglich zurück. In seiner autorisierten Fassung nimmt er aber allgemein zum Thema Gewalt und Missbrauch Stellung: „Irgendwelche Straftaten an Kindern sind nicht verübt worden. Weder sexuell noch gewalttätig.“

Im Übrigen greift Franz Z. auch den ORF an, der im Jahr 2012 in der Sendereihe „Am Schauplatz“ zwei Reportagen über das Kinderheim Wimmersdorf gebracht hat. Die Stellungnahmen von ORF-Redakteurin Christine Grabner finden sie im unteren Abschnitt.

KURIER: Herr Z., Sie waren Erzieher im Kinderheim Wimmersdorf?

Franz Z.: Ich war 1963 beim Jugendamt Amtsvormund und wollte Erzieher werden, weil ich diesen Beruf sehr positiv gesehen habe und zwar aus eigener Erfahrung. Als elfjähriger, körperlich schwacher Bub habe ich einen Sommermonat in einem Ferienlager verbringen müssen. Das war ein Schock für mich, ich bin fast umgekommen vor Heimweh. Nach einer für mich furchtbaren Woche ist ein Erzieher auf mich aufmerksam geworden, hat mich beschützt und sich überhaupt um mich angenommen. Das war prägend für mich.

Jetzt wird über diese Berufsgruppe nur negativ berichtet, und ich bin dem KURIER dankbar für die Möglichkeit zu einer unzensurierten Stellungnahme. Im Gegensatz dazu hat der ORF zwei vernichtende Sendungen über das Heim gebracht, und die verantwortliche Redakteurin hat mir ein Interview verweigert. Das habe ich mehrmals vehement und schriftlich verlangt, es hat alles nichts genützt. Auch vorgelegte Unterlagen wurden von ihr nicht berücksichtigt. Durch die Einhaltung der Meinungsvielfalt können sich KURIER-Leser eine eigene Meinung bilden. Den ORF-Sehern wurde hingegen die Meinung der Redakteurin vorgesetzt, getarnt als objektive Reportage.

Welche Ausbildung hatten Sie?

Ich hatte die Matura. Für die Erzieher-Ausbildung habe ich mich sehr interessiert. Ich musste jedoch erkennen, unter welchen weltfremden Bedingungen die stattgefunden hätte. Alles war auf die Führung von Gruppen von Jugendlichen aufgebaut. Es wurde von mir verlangt, ich solle ein Instrument lernen, zumindest Flöte, und mich auch mit Laubsägearbeiten befassen. Das war aber wirklich nicht notwendig. Die Kinder, die ins Heim gekommen sind, waren ja komplett verunsichert. Die haben einen Ansprechpartner gebraucht, um mit ihm zu reden, und keinen Flötenspieler. Das Herausreißen aus dem häuslichen Milieu und die Überstellung in ein Heim haben sie sehr beschäftigt. Sie waren verwirrt und einsam. Das musste alles verarbeitet werden. Die wichtigen Einzelgespräche fanden sehr selten statt. Wegen meiner Arbeitsüberlastung, denn ich führte eine Gruppe mit 25 Zöglingen.

Die Kinder und Jugendlichen haben ständig Kontakt gesucht, ich hatte aber dafür zu wenig Zeit, und sie haben sich enttäuscht zurückgezogen. Das Flötenspielen, das Vogelhäuschenbauen oder Volksliedersingen hat sie wenig interessiert. Damals haben sie die Rolling Stones begeistert. Das Individuelle konnte wegen Personalmangel nicht gefördert werden. Die Kinder waren wirklich arm.

Das war auch in Wimmersdorf so?

In Wimmersdorf war es nicht anders. Der finanzielle Druck war ja so stark. Die Gemeinde Wien hat so wenig gezahlt. Aber nicht aus Willkür, sondern weil dem Jugendamt einfach keine finanziellen Mittel zur Verfügung standen. Die Öffentlichkeit hat auch damals, im Gegensatz zu heute, kein Verständnis für Heimkinder gehabt. Man muss bedenken, dass es in den Wiener Krankenanstalten schmutzige, abgewohnte Krankensäle mit 30 Betten gegeben hat. Dort wurden sogar, heute undenkbar, medizinische Eingriffe vorgenommen. Jetzt gibt es eine Beschwerdestelle für Patienten, und so eine Stelle sollte auch für Jugendliche eingerichtet werden.

Um auf Ihre Frage zurück zu kommen: Den Zöglingen in den städtischen Heimen ist es ja noch schlechter gegangen. Die Heimzöglinge von der Hohen Warte waren miserabel gekleidet. In Wimmersdorf hat die Frau Direktor ihre Pension nicht für sich, sondern für die anvertrauten Zöglinge verwendet und hat dadurch eine individuelle Kleidung ermöglicht.

Wie lange waren Sie als Erzieher im Heim?

Ich war rund zwei Jahre von 1967 bis 1969 in Wimmersdorf Erzieher. Dann bin ich in die Privatwirtschaft gegangen, habe aber weiterhin im Heim gewohnt, war in das Heimgeschehen integriert und habe auch regelmäßig Ausflüge mit Heimkindern unternommen. Dabei habe ich immer meinen Sohn mitgenommen, der sich in die Reihe der Zöglinge einreihte und mit den Zöglingen auch das beste Verhältnis hatte.

Bei meiner Tätigkeit in der Privatwirtschaft habe ich bei geringerer Anstrengung mehr verdient und habe auch mehr Freizeit gehabt. Da habe ich richtig erkannt, wie anstrengend der Job eines Erziehers ist. Deshalb findet man auch keine Leute dafür. In einer solchen Situation kommt es zwangsläufig zu negativen Auslesen. Deshalb kann man aber nicht eine ganze Berufsgruppe pauschal diffamieren.

Einmal war ich in der Hohen Warte bei einem psychologischen Vortrag mit Arbeitskreis. Dabei haben sich die Teilnehmer vorgestellt, alles Erzieher und Erzieherinnen. Ich war der einzige, der selbst ein Kind hatte. Alle anderen waren kinderlos und ohne partnerschaftliche Beziehung. Das waren lauter Einzelpersonen. Ich habe mir damals gedacht, dass dies dem Dienstgeber auffallen müsste. Jetzt, wo aufgedeckt wurde, dass es in manchen Heimen zu sexuellen Übergriffen gekommen ist, kann ich mir das vorstellen.

Gab es auch in Wimmersdorf sexuelle Übergriffe?

Nein, in Wimmersdorf nicht. Das kann ich dezidiert ausschließen. Und zwar deshalb, weil dies hätte nicht geheim gehalten werden können. Die Kinder haben scharf beobachtet. Es wäre schon aus Sensationslust zur Aufdeckung gekommen. So eingeschüchtert wie in anderen Heimen waren unsere Kinder nicht. Irgendwelche Straftaten an Kindern sind nicht verübt worden. Weder sexuell noch gewalttätig.

Sexuelle Übergriffe zwischen den Burschen?

Höchstens, wie es auf allen Schulskikursen vorkommt. Sexuelle Handlungen gab es sicher, wie es wohl auch bei Pfadfindertreffen vorkommt. Wenn ich an das Ferienlager als Kind denke und an meine Skikurse als Schüler, so kann ich mich erinnern, dass es bei jeder dieser Veranstaltungen immer Mitschüler gegeben hat, die in dieser Richtung etwas unternommen haben, die waren aber in der Minderheit.

Mir wurde erzählt, dass Heimkinder Ihr Auto waschen mussten. Und dass die Kinder das Schwimmbad mit einer ätzenden Flüssigkeit reinigen mussten, wobei einige in Ohnmacht gefallen seien.

Niemand ist bei uns in Ohnmacht gefallen! Aber zuerst zum Autowaschen:

Ja, zwei, drei Mal, haben Kinder mein Auto gewaschen, aber die haben sich direkt darum gerissen, weil sie dadurch von der Gruppe weggekommen sind. Das Leben in der Gruppe war so unattraktiv. Aber da kann man niemand verantwortlich machen, das ging organisatorisch nicht anders. Mein PKW war übrigens immer im Bereich des Kinderheims geparkt. In all den Jahren ist es nicht zu einer einzigen mutwilligen Beschädigung gekommen. Regelmäßig haben Kinder für meine Frau und mich Kaffee zubereitet. Die Kaffeemaschine stand in unserer Wohnung. Das jeweilige Kind war bei dieser Arbeit unbeaufsichtigt. Dann wurde der fertige Kaffee gebracht, und das war mit längeren Wegen durch Gänge verbunden. Die Situation war auch hier so entspannt, dass wir nie daran gedacht hätten, dass uns eines der Kinder in den Kaffee spuckt. In anderen Heimen wie Wilhelminenberg, Hohe Warte oder Biedermannsdorf wäre das undenkbar gewesen.

Zu der Behauptung, man hätte ein Schwimmbad reinigen müssen, möchte ich folgendes sagen: Als die Missstände in diversen Heimen aufgedeckt wurden, ist eine winzige Gruppe von Ex-Zöglingen aufgetreten, die behauptet hat, im Kinderheim Wimmersdorf hätte es ähnliche Zustände gegeben, sie wären zu schweren Arbeiten herangezogen worden und deshalb stünde ihnen eine finanzielle Entschädigung zu. Wegen ihrer Vorstrafen wie Brandstiftung, Tierquälerei, Einbruch, schwerer Körperverletzung und jahrelangem Aufenthalt in Stein wäre es sinnvoll gewesen, deren Angaben einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Das ist nicht geschehen, denn alle haben vom Weissen Ring eine Entschädigung erhalten. Das verstehe ich nicht, denn der Weisse Ring hat es sich zur Aufgabe gemacht, Opfer von Verbrechen zu unterstützen und Ihnen Spendengelder zukommen zu lassen. Wieso verteilt der Weisse Ring Spendengelder an Leute, die aus Spaß Tiere langsam umbringen und schwer vorbestraft sind?

Zu der Zeit, in der diese Ex-Zöglinge im Kinderdorf Wimmersdorf gewesen sind, waren auch andere Zöglinge dort. Häufig aus übelsten häuslichen Verhältnissen. Nach jahrelangem Aufenthalt ergriffen sie einen Beruf, gründeten eine Familie und wurden nicht straffällig. Das ist der Regelfall. Viele hielten weiterhin Kontakt mit ehemaligen Erziehern, kamen wieder in das Heim, stellten ihre Familien vor, und oft kam es auch zu einem jahrelangen Briefwechsel. Diese Ex-Heimkinder, die es ebenfalls im Leben immer schwer gehabt haben, bekommen keine Entschädigung. An die Ausnahmen, also jene mit schweren Vorstrafen, werden vom Weissen Ring Spendengelder verteilt.

Ein ehemaliger Zögling schildert, dass für ihn das Heim Wimmersdorf schlimmer als der Spiegelgrund zur Nazi-Zeit war. Er war in beiden Heimen.

Da haben wir einen anderen, der war in der Nazi-Zeit bei uns im Heim und schreibt, dass er nur das Beste über die Frau Direktorin berichten kann. Mein Schwiegervater war notgedrungen Parteimitglied, aber nie aktiv.

Die Schwiegermutter auch

Ja. Und der Schwiegervater war Bürgermeister, weil es die einzige Möglichkeit war, der deutschen Wehrmacht zu entkommen. Irgendwelche Nazi-Handlungen hat es nie gegeben.

Mussten Sie auch wochenlang Milchnudeln essen?

Nein, natürlich nicht. Auch niemand anderer musste wochenlang Milchnudeln essen. Richtig ist, dass es manchmal Milchnudeln gegeben hat. Die haben den Erziehern genauso wenig geschmeckt wie den Kindern.

Schwester Mimi soll eine fürchterliche Schlägerin gewesen sein. Zum Beispiel bei der Kleidungsausgabe.

Die Tante Mimi war streng und unbeliebt. Sie war aber keine Schlägerin.

Ein Heimkind erzählt von alten, gestopften Unterhosen.

Vielleicht gab es alte Unterhosen. Die Kleidung war teils privat, teils aus dem Heim. Wir waren ein offenes Heim. Die Kinder sind in das Dorf gegangen, ein Teil ist nach Sieghartskirchen in die Schule gefahren, und die waren immer zeitgemäß angezogen. Die Frau Direktor hat bei der Kleidung privates Geld dazugegeben und hat auch Bekleidungswünsche der Kinder erfüllt. Zum Beispiel hat sie es ermöglicht, dass sich Heimkinder selbst die Schuhe auswählen konnten. Dann ist es schon vorgekommen, dass sich Zöglinge die teuersten modischen Schuhe besorgt und anschließend damit Fußball gespielt haben.

Mehrere ehemalige Zöglinge erinnern sich, dass sie von der Heimleiterin windelweich geprügelt wurden. Mit Schlapfen, mit der Hundeleine, mit Fäusten und Füßen.

Zum Thema Ohrfeigen übergebe ich Ihnen ein Schreiben eines ehemaligen Heimzöglings. Darin schreibt er, dass er vier Jahre lang Zögling im Kinderheim war und nur das Beste über die Heimleiterin berichten kann. Sie war streng und natürlich hat es auch manchmal Ohrfeigen gegeben, aber niemals Misshandlungen. Sie war immer sehr um unser Wohlergehen besorgt.

Berüchtigt soll der Teppichklopfer der Heimleiterin gewesen sein.

Die Frau hat in ständiger Angst gelebt, dass ein Kind krank wird oder sich verletzt.

Eine Erzieherin soll Heimkinder zum Heim nach Judenau mitgenommen haben und ihnen dort zwei behinderte Mädchen zum Sex zugeführt haben.

Also das halte ich für ausgeschlossen. Das hätte sich im Heim in Windeseile verbreitet. Da viele Kinder sehr aufgepasst haben. Das wäre aus Neid, Sensationslust und Imponiergehabe sofort durchgesickert. Nur bei sexuellen Handlungen der Buben untereinander wurde geschwiegen. Alles, was Mädchen betroffen hat, Liebesbriefe, Küsse bei den wöchentlichen Ausgängen, Treffen oder Ähnliches hat sofort im Heim die Runde gemacht.

Es war 1980 auch ein Mädchen in Wimmersdorf.

Ja. Das war die Schwester eines Heimzöglings, und die Schwiegermutter hat sich von der MA11 breitschlagen lassen und hat sie aufgenommen, weil sie von ihrem Bruder nicht getrennt werden sollte. Daraufhin mussten unter Anleitung des Jugendamtes Veränderungen im sanitären Bereich und im Schlafbereich durchgeführt werden. Sie musste in einem getrennten Schlafbereich zu den Buben in unmittelbarer Umgebung einer Erzieherin schlafen. Wenn diese Erzieherin im Urlaub war, musste gemäß MA11 eine andere Erzieherin im unmittelbaren Nahbereich ständig für das Mädchen erreichbar sein.

Sie hat im Schlafsaal mit den Buben geschlafen?

Das kann ich mir nicht vorstellen, denn meine Schwiegermutter hat die Anweisung des Jugendamtes immer befolgt.

Das Mädchen soll bei den Burschen untergebracht gewesen sein und dort vielfach vergewaltigt worden sein.

Das weiß ich nicht.

Warum glauben Sie, werden nun von vielen ehemaligen Zöglingen diese Anschuldigungen erhoben?

Ich sage Ihnen, dass das mit finanziellen Forderungen einer kleinen Gruppe von Ex-Zöglingen zusammenhängt. Es ist klar, dass die Opfer von Klöstern und von Heimen nie zu einer Entschädigung gekommen wären, wenn sie nicht laut aufgeschrien hätten und dadurch auf sich aufmerksam gemacht hätten.

Nur gibt es Gruppen von schwer Vorbestraften, denen eigentlich keine Entschädigung zusteht, die aber am lautesten schreien, und die Erfahrung gemacht haben, dass man auf Grund von Verleumdungen mit größeren Geldzuweisungen rechnen kann. Da ist einiges außer Kontrolle geraten.

Vor zwei Jahren wurde Missbrauch und Gewalt im Bereich der katholischen Kirche aufgedeckt. Nach einiger Zeit auch in Heimen der Stadt Wien. Für die weitere Bearbeitung im kirchlichen Bereich wurde die Klasnic-Kommission eingerichtet und für die Wiener Heime die Dr. Helige-Kommission. Beide Damen verfügen in der Öffentlichkeit über hohes Ansehen und haben sich ausbedungen, dass sie unabhängig, also unbeeinflusst, arbeiten können. 

Frau Klasnic hat jeden Fall einzeln betrachtet und dann finanzielle und therapeutische Maßnahmen zuerkannt. Sie hat geholfen. Generelle Angriffe auf die Kirche hat sie nicht zugelassen. Kein kirchlicher Entscheidungsträger wurde in diese Angelegenheiten hineingezogen. Einige wenige kirchliche Institutionen müssen noch mit Klagen rechnen, sonst ist aber durch die Arbeit der Klasnic-Kommission eine Beruhigung eingetreten.

Frau Dr. Helige hat eine andere Vorgangsweise gewählt. Sie trifft generelle Aussagen und lässt keine Gegenstimmen zu. Ich habe sie zwei Mal angeschrieben und keine Antwort erhalten. Jetzt werden sogar der Bürgermeister Häupl, der Stadtrat Oxonitsch und Dr. Jesionek angegriffen. Die Opfer, die finanzielle Entschädigung erhalten haben, sind unzufrieden. Jeder glaubt, er wäre ungerecht behandelt worden, weil andere höhere Beträge erhalten hätten. Die Stadt Wien muss in Zukunft mit einer Vielzahl an Klagen rechnen. Durch die Dr. Helige-Kommission ist keine Beruhigung eingetreten. Ich bemühe mich, sachlich zu bleiben, aber hier bin ich der Meinung, dass Frau Dr. Helige ein Chaos verursacht hat.

Frau Dr. Helige stellt Tatsachen fest. Erklärt einschränkend dazu, dass ihre Kommission nicht mit einem Gericht vergleichbar ist und übersieht dabei, dass ihre Feststellungen in der Praxis die Auswirkungen von letztinstanzlichen Gerichtsurteilen haben. Sie missachtet den Grundsatz „Audiatur et altera pars“. Das begründet sie damit, dass mit den meisten Verantwortlichen nicht mehr gesprochen werden kann, weil sie bereits verstorben sind. Und was ist mit den noch Lebenden? Mir verwehrt sie das Recht auf Stellungnahme. Auf diese Weise erzeugt sie kein sicheres Wissen, und ihre Untersuchungen sind so angelegt, dass sie Verleumdern Tür und Tor öffnet, und meine Familie und ich sind die Leidtragenden.

Irmtraut Karlsson hat herausgefunden, dass Wimmersdorf gemeinsam mit dem Wilhelminenberg und der Hohen Warte eigentlich bereits 1975 sofort geschlossen hätte werden müssen.

Es ist mir unverständlich, dass Frau Karlsson das Kinderheim Wimmersdorf im gleichen Atemzug wie Wilhelminenberg und der Hohen Warte nennt. Dort waren die Kinder eingesperrt. Wenn sich sadistische Erzieher, Lehrer oder Geistliche in diesem schlechten Sinn entfalten möchten, brauchen sie dazu eine ganz bestimmte Voraussetzung, nämlich eine geschlossene Einrichtung. Immer spielt sich alles hinter dicken Klostermauern ab oder an anderen besonders abgeschirmten Orten wie eben am Wilhelminenberg oder in der Hohen Warte. Damit nichts herauskommt, müssen die leidenden Kinder total von der Außenwelt abgegrenzt sein, und in diesen beiden städtischen Heimen waren sie das oft jahrelang. Frau Karlsson hätte doch den Unterschied bemerken müssen. Das Kinderheim Wimmersdorf war ein offenes Heim mit zuerst monatlichen Ausgängen. Im Laufe der Jahre ist das immer liberaler gehandhabt worden und zuletzt gab es an jedem Wochenende Ausgang. Da sind also die 80 Kinder am Samstag nach Wien gefahren, und sind dann am Sonntag wieder vollzählig ins Heim zurückgekommen.

Dem Vernehmen nach soll es in diesen beiden Heimen auch keine Kontrolle gegeben haben. Wimmersdorf wurde ständig kontrolliert. Zum Beispiel von der Kinderärztin Frau Dr. L. Die Familie dieser feinfühlenden Dame ist von den Naziverbrechern ausgerottet worden. Es ist daher anzunehmen, dass sie besonders sensibel bei Misshandlungen reagiert hätte. Jahrelang hat diese Ärztin den Gesundheitszustand sämtlicher Heimkinder sehr gründlich kontrolliert.

Gerne hätte ich auch Frau Karlsson die vielen Briefe gezeigt, die meine Schwiegermutter bis zu ihrem Tod von ehemaligen, dankbaren, Heimkindern bekommen hat.

Stellungnahme Christine Grabner (ORF)

Die ORF2-Sendung Am Schauplatz bemüht sich immer möglichst viele Seiten einer Geschichte darzustellen. Auch in der Reportage „Gestohlene Kindheit“ vom 17. August 2012 und der Folgesendung „Albtraum Heim“ (9.11.2012) haben wir ErzieherInnen und LehrerInnen zu Wort kommen lassen. Teil beider Sendungen war auch das Kinder-Heim Wimmersdorf. Eine ehemalige Erzieherin wohnt direkt neben dem Heim, ihr Sohn hat uns spontan ein Interview gegeben. Der Erzieher Z. hat davon erfahren und sich bei unserem Kundenservice gemeldet. Ich habe mit ihm länger am Telefon gesprochen und ihn danach im ORF getroffen. Er hat mir Postkarten und Briefe damaliger Zöglinge an die Direktorin gezeigt, für ihn ein Beleg, dass es im Heim doch gar nicht so schlecht gewesen sein könne. Ich habe ihm vorgeschlagen, dass er die Briefe auch vor der Kamera zeigen könne, ich ihn aber natürlich auch mit Aussagen über Gewalt und Missbrauch konfrontieren würde. Im Gespräch hat Z. vieles bestätigt, was die Zöglinge erzählt haben, etwa, dass die Direktorin in der Küche mit der Peitsche drohte, ein Erzieher mit dem Gewehr auf Kinder zielte oder dass es fast KZ-mäßig harte ErzieherInnen gab. Leider wollte Herr Z. dann, anders als zu Beginn von ihm selber gefordert, doch kein Interview vor der Kamera geben. Er sagte er sei krank außerdem könne er das der Familie nicht antun (er ist der Schwiegersohn der verstorbenen Direktorin). Auch anonymisiert nicht. Ich habe das sehr bedauert, weil es für unsere Zuschauer spannend gewesen wäre. Bis heute steht das Angebot für ein Interview. Seltsamerweise hat Herr Z. in vielen Briefen an den ORF gedroht, er werde seinen Anwalt einschalten, weil er kein Interview geben hätte dürfen. Ich vermute, dass er mit diesen Mitteln versuchen wollte, eine Berichterstattung über das Kinderheim Wimmersdorf zu verhindern. Der ORF lässt sich aber selbstverständlich von niemandem vorschreiben, was berichtet werden darf.

Stellungnahme Barbara Helige (Leiterin der Kommission Wilhelminenberg)

"Ich verweise lediglich darauf, dass sich die Wilhelminenbergkommission - ausschließlich, aber dafür detailliert - mit den Vorgängen am Wilhelminenberg auseinandergesetzt hat. Herr Z. war nie am Wilhelminenberg beschäftigt und ist daher von den Erkenntnissen in keiner Weise betroffen. All jene Personen, gegen die Vorwürfe erhoben wurden, erhielten Gelegenheit Stellung zu nehmen. Wo das aufgrund von deren Ableben nicht möglich war, kommt das im Bericht zum Ausdruck. Im übrigen verweise ich auf den Bericht und die darin enthaltene Darstellung der Methodik der Kommission."

Stellungnahme Irmtraut Karlsson, Leiterin der Wiener Heimstudie 1974

In unserer Heimkinderstudie 1974 wurden die Heime , in denen Kinder durch die Stadt Wien untergebracht waren, einzeln und unabhängig voneinander sorgfältig beobachtet und untersucht. Ein ausführliches Heimleiterinterview gab diesen die Möglichkeit ihr Heim zu beschreiben. Danach wurde ein "Restriktionsindex" gebildet. In dem Ende der Woche erscheinenden Buch: "Verwaltete Kindheit- der österreichische Heimskandal"(Kral Verlag) wird dieses Verfahren ausführlich beschrieben. Mindestens elf Heime, darunter Wimmersdorf, hätten nach diesem Prüfverfahren sofort geschlossen gehört. Es wurden also nicht Heime miteinander verglichen, sondern einzeln und unabhängig voneinander beurteilt.

(kurier) Erstellt am
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