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Einst Hoffnung, heute Sorgenkind der Landwirte: Biogasanlagen.
Einst Hoffnung, heute Sorgenkind der Landwirte: Biogasanlagen. - Foto: KURIER/Weisbier

Letztes Update am 13.09.2012, 06:10

Wieder Biogasanlage am Ende. Das Sterben der Biogasanlagen geht weiter: Alte Abgänge und gestiegene Rohstoffkosten fressen Zuschüsse auf.

Die Hilfe der Politik ist zu spät gekommen und nicht weit genug gegangen", sagt  ein desillusionierter Herbert Daberger. Der Manager der BEB Bioenergie-AG in Horn, die insgesamt drei Biogasanlagen betreibt, musste Konkurs anmelden.

Wie der KURIER berichtete, hatten sich zahlreiche Betreiber in den vergangenen Jahren beklagt, dass die Politik sie motiviert hatte, die Anlagen zu errichten. Doch die Einspeistarife hätten bei Weitem nicht für einen wirtschaftlichen Betrieb gereicht. Deshalb haben die Betreiber höhere Tarife gefordert.


"Wir haben zwar zuletzt  vier Cent pro Kilowattstunde Betriebskostenzuschuss bekommen,  aber nicht rückwirkend", sagt Daberger. Dadurch hätten sich erdrückende Altlasten angesammelt.

Passiva So kam es, dass das Unternehmen derzeit mit Aktiva von 682.000 Euro, aber Passiva in der Höhe von gut acht Millionen Euro da steht. Betroffen sind nicht nur Zulieferer. Auch sieben Dienstnehmern droht der Verlust des Arbeitsplatzes.

Warnung

Dabei hatten prominente Vertreter der Branche bereits vor  längerer Zeit gewarnt. "Wenn sich nichts ändert, ist die Branche tot", hatte der ehemalige Agrarlandesrat Franz Blochberger zuletzt  2011 prophezeit. Auch er musste mit seiner Anlage im Weinviertel bereits Konkurs anmelden.

  "Wir haben zwar alle versucht, die Anlagen immer effizienter zu machen, aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein", erklärt dazu Norbert Hummel. Er ist Obmann der Gemeinschaft der Biogaserzeuger und betriebt selber eine Anlage in Waldkirchen, Bezirk Waidhofen.

Dazu sei in diesem Jahr  ein extremer Anstieg der Rohstoffpreis gekommen, ergänzt Hummel: "Die sind in den Himmel geschossen. Der Weltmarktführer USA hatten Ernteausfälle bei Mais von 40 Prozent, auch andere Erzeuger hatten schlechte Ernteprognosen abgegeben, das wirkt sich aus", erklärt Hummel. Der Unterschied zu anderen Energieerzeugern sei das Problem: "Wenn die EVN das Gas teurer einkaufen muss, dann gibt sie die Differenz irgendwann an den Kunden weiter. Wir können das aber nicht machen", betont Hummel. Er rechnet damit, dass zwei Drittel der rund 300 Anlagen pleite gehen, wenn die Rohstoffpreise nicht bald wieder sinken.

(kurier) Erstellt am 12.09.2012, 20:46


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