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KURIER Romy 2014
Gebohrt rund um die Uhr wird im Weinviertel derzeit nur von der OMV: Der neue Notdienstplan sieht fixe Wochenend-Bereitschaften vor
Gebohrt rund um die Uhr wird im Weinviertel derzeit nur von der OMV: Der neue Notdienstplan sieht fixe Wochenend-Bereitschaften vor - Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Letztes Update am 04.01.2013, 17:35

Zahnarzt-Rallye im Weinviertel. Viele Zahnärzte waren über Weihnachten nicht erreichbar. Der KURIER fragte bei der Ärztekammer NÖ nach.

Knacks“. Da war das Vergnügen, den Festtagsbraten zu den Weihnachtsfeiertagen in seiner ganzen kulinarischen Pracht zu genießen, auch schon wieder vorbei. Ein Teil einer Zahnkrone hatte sich verabschiedet. Maria M. aus Weikendorf, Bezirk Gänserndorf, griff zum Handy und rief „ihren“ Zahnarzt an. Dort lief ein Tonband, die Ordination sei erst ab 7. Jänner 2013 wieder geöffnet. „Ich dachte mir, gut die Krone kann mir auch ein anderer Zahnarzt richten und rief den nächsten Zahnarzt an, der mir einfiel“, erzählt die Marchfelderin dem KURIER. Als auch beim Anruf des siebenten Zahnarztes sich ein Tonband meldete, probierte sie die Zahnambulanz in Mistelbach: „Wegen Urlaubs geschlossen!“.

So wie der Marchfelderin ging es in diesen Tagen vielen Patienten im Weinviertel. Also versuchte der KURIER bei der Ärztekammer Niederösterreich Erklärungen dafür zu bekommen, warum denn so gut wie kein Zahnarzt zwischen Weihnachten und dem Drei-Königs-Fest erreichbar sei, beziehungsweise warum denn auf den Tonbändern keine Hinweise auf geöffnete Zahnarztpraxen hinterlassen wurden. „Herr Präsident Christoph Reisner ist im Krankenstand“, war zu erfahren. Als seine Vertretung wurde Vizepräsident Gerrit Loibl genannt. Zusatz: „Der ist aber nur mittwochs im Haus.“


Wünsche

Nächster Versuch bei einer (urlaubenden) Zahnärztin in Ernstbrunn. „Wir wünschen ihnen frohe Feiertage und sind am 10. Jänner für Sie wieder erreichbar.“ Immerhin verriet das Tonband, dass man sich beim Ärzte-Notdienst „141“ erkundigen könne, im Internet (aber wo?) und an der Liste im „Ordinationsfenster“. Also nichts wie hin zum Ordinationsfenster. Die ersten Anrufe bei den aufgelisteten Ordinationen gehen (weil schon geschlossen) ins Leere. Immerhin: In einer Korneuburger Praxis (kein Kassenvertrag) hebt die Ordinationshilfe ab und sagt einen Termin zu.

Kein Zahnarzt am Land…
Glückwünsche an die Patienten: Die Wochenend-Dienste auf der Liste waren leider nur schwer lesbar - Foto: Stefan Straka

Nächster telefonischer Versuch im Info-Center der Gebietskrankenkasse (NÖGKK). Dass das Mistelbacher Ambulatorium zu hat, erfährt die Dame vom KURIER-Redakteur. „Schwechat geht?“, fragt die Telefonistin und verbindet. Allerdings wieder ein Tonband.


Bei der NÖGKK gibt man die akute zahnmedizinische Unterversorgung zähneknirschend zu. Kassen-Sprecherin Lisi Heinz verweist allerdings auf den ab diesem Jahr gültigen Notdienstplan der heimischen Zahnärzte-Kammer. Heißt: An Wochenenden und feiertags haben Mediziner von 9 bis 13 Uhr in der Region Bereitschaft. Die Fahrzeit zur Praxis soll nicht mehr als eine Stunde betragen – zumindest theoretisch.
 

(KURIER) Erstellt am 04.01.2013, 17:35

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