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Sporthalle Groß Gerungs: Die Waldviertler Volleyball-Arena ist zu klein.  Nur mit Sonderrecht durften die Arbesbacher darin Spiele austragen.
Sporthalle Groß Gerungs: Die Waldviertler Volleyball-Arena ist zu klein. Nur mit Sonderrecht durften die Arbesbacher darin Spiele austragen. - Foto: Jürgen Zahrl

Letztes Update am 18.09.2012, 06:09

Waldviertler Spitzenklub vor Rauswurf. Armutszeugnis: Nur, weil kein Geld für eine höhere Halle da ist, könnten Volleyballer aus der Bundesliga fliegen.

Der Volleyballverein Union Raiffeisen Arbesbach zählt zu den besten Mannschaften Österreichs. Mit Platz 3 in der Ersten Bundesliga gelang auch der Aufstieg in den Europacup. Paradoxerweise sind es aber gerade die Erfolge, die den Dorfverein in große Schwierigkeiten bringen. Dem Spitzenvolleyball im Waldviertel droht das Aus, weil die Spielstätte in Groß Gerungs nicht einmal bundesligatauglich ist und der Volleyballverband  ab 2013 keine Sondergenehmigung mehr erteilt. Was fehlt, ist eine zumindest neun Meter hohe Sporthalle.

"Wenn wir bis Jahresende kein Konzept vorlegen, müssen wir unsere Spiele entweder in Wien austragen oder  ab der nächsten Saison die Bundesliga verlassen", skizziert Vereinsobfrau Silvia Atteneder das Horrorszenario. Seit Jahren versucht sie  eine Lösung für eine taugliche Sporthalle  – nach internationalen Maßstäben – zu finden. Vergeblich. "Wenn wir es jetzt nicht schaffen, macht es keinen Sinn mehr weiterzumachen", stellt Atteneder klar, die im Sinne der 150 Nachwuchsspieler auf eine Zukunft in der Bundesliga hofft: "Unsere Kinder brauchen Vorbilder."

Variante

Eine kostengünstige Variante wäre, die sieben Meter hohe Sporthalle in Zwettl den Anforderungen entsprechend zu adaptieren. Peter Kleinmann, Präsident des Volleyballverbands,  duldet keine Ausnahme mehr. Er bezeichnet die Sporthalle in Groß Gerungs als "Rumpelkammer". "Verband und Bundesliga  haben einstimmig beschlossen, dass es ab  der Spielsaison 2013 keine Sonderbewilligungen mehr gibt", betont Kleinmann, der die  Politik gefordert sieht, den Arbesbacher Volleyballern finanziell zu helfen. "Da geht es nicht um irgendeinen Verein, sondern um einen Spitzenklub, der im Europacup spielt und eine ausgezeichnete Arbeit leistet", sagt der Verbandspräsident.

Die Förderung in eine regionale Sportinfrastruktur sei kein verschwendetes Geld, sondern eine Investition in die Jugend. "Für den Bau eines neuen Fußballstadions in St. Pölten sitzt das Geld ja auch sehr locker, obwohl der SKN nur in der zweiten Bundesliga spielt" ,  sagt Kleinmann.

Landtagsmandatar Franz Mold verspricht, konsequent an einer Lösung mitzuarbeiten. "Ein Ende der Bundesligamannschaft will das Land bestimmt nicht."

"Der Ball liegt beim Verein, mit den zuständigen Gemeinden eine Variante zu finden", heißt es aus dem Büro der Sportlandesrätin Petra Bohuslav. Man sei gesprächsbereit: "Die Sportförderung steht etwa für den Ausbau der Zwettler Sporthalle bereit."

Dorfverein als Volleyballmacht

2 Jahre nach der Gründung gelang dem Volleyballverein Arbesbach bereits der Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Nur drei Jahre später holten die Waldviertler den ersten Platz in der Zweiten Bundesliga und stiegen in die höchste Spielklasse Österreichs auf. Den größten Vereinserfolg schafften sie im Vorjahr in der "Austrian Volley League". Die Arbesbacher belegten den dritten Platz in der ersten Bundesliga, den zweiten Platz im Österreich-Cup und schafften gleichzeitig den Aufstieg in den Europa-Cup.

(kurier) Erstellt am 17.09.2012, 19:30

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