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KURIER
Personal-Engpass: Sanitäterin Schiedlbauer und Ortsstellenleiter Purker hoffen auf neue Mitarbeiter.
Personal-Engpass: Sanitäterin Schiedlbauer und Ortsstellenleiter Purker hoffen auf neue Mitarbeiter. - Foto: JüRGEN ZAHRL/Jürgen Zahrl

Letztes Update am 06.03.2013, 20:48

"Herz-Rhythmus-Störungen" bei der Rettung. Gars/Kamp: Nach mehr als 25 Jahren steht die Ortsstelle des Roten Kreuzes vor dem Aus.

Der Betrieb wackelt. Die Ortsgruppe des Roten Kreuzes in Gars am Kamp, Bezirk Horn, leidet an „Herz-Rhythmusstörungen“.  Massiver Personalnotstand macht den Rettungsbetrieb beinahe unmöglich, beklagen Ortsstellenleiter Karl Purker und Bürgermeister Martin Falk. Sie schlagen Alarm. Wenn nicht rasch neue, freiwillige Sanitäter gefunden werden, steht die Ortsstelle vor dem Aus. Aber auch eine zügige, medizinische Versorgung ist dann in Gefahr. Im Nebenort St. Leonhard, Bezirk Krems, hat die Rettung geschlossen.

Überall das gleiche Dilemma: Lag der Personalstand bei der Gründung der Ortsgruppe Gars vor rund 25 Jahren noch bei fast 50 Aktiven, halten nur mehr 17 Freiwillige das Rettungssystem in der Kurstadt aufrecht. „Unser Engpass ist akut“, sagt Ortsstellenleiter Karl Purker, der fast täglich tüfteln muss, um Ausfahrten zu besetzen. Er kämpft schon länger mit dem Problem, die Lücken im Dienstplan zu füllen. „Wenn es nicht mehr gelingt, die Mitarbeiterzahl um mindestens fünf, besser um zehn Freiwillige zu vergrößern“, sieht Purker für die Zukunft schwarz.


Die Gründe für die Schwierigkeiten sind vielfältig. Vor allem durch die Abwanderung vieler junger Bewohner sei es sehr schwer geworden, neue Leute für den Rettungsdienst zu gewinnen. Gleichzeitig schrecke die aufwendige Sanitäterausbildung ab. Neben 100 Theoriestunden müssen laut Gesetz auch 160 Praxisstunden absolviert werden.

Wiederbelebung

Jetzt versucht auch Bürgermeister Martin Falk  seine Bewohner wachzurütteln. „Wir müssen alles tun, um  unsere Rettung vor dem Zusperren zu bewahren. Bestimmt will jeder von uns, dass rasch geholfen wird, wenn ein Unfall passiert“, schildert der Ortschef. Als erste Maßnahme ist am 27. April ein Infoabend im Gemeindeamt geplant, um freiwillige Mitarbeiter anzuwerben. „Die Personalprobleme sind aber auch woanders massiv“, weiß Falk.

Schlimmer ist die Situation in St. Leonhard am Hornerwald, Bezirk Krems. Dort musste die Ortsstelle bereits vor Kurzem geschlossen werden. „Der Betrieb ist vorläufig eingestellt“, betont der Kremser Bezirksstellenleiter Paul Brunner. Er gibt die Hoffnung nicht auf, die Ortsgruppe noch zu retten. Interessenten sollen sich bitte melden.

(KURIER) Erstellt am 06.03.2013, 20:48


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