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Vier Ehepaare wehren sich gemeinsam gegen den geplanten Bau.
Vier Ehepaare wehren sich gemeinsam gegen den geplanten Bau. - Foto: Gilbert Weisbier

Letztes Update am 17.01.2013, 19:59

Anrainer kämpfen gegen 14 Meter hohe Mauern. Langenlois: Betroffene kritisieren die Vorgangsweise der Stadtgemeinde in einem Bauverfahren.

Betroffene kritisieren die Vorgangsweise der Stadtgemeinde in einem Bauverfahren. Als „Überrumpelungstaktik“ bezeichnen einige Bürger von Langenlois, Bezirk Krems, die Vorgangsweise der Stadtverwaltung im Zusammenhang mit einem Bauprojekt: Das Gebäude eines Weinguts soll durch eine neue, viel größere Flachdach-Halle ersetzt werden.  Bis zu 14 Meter hohe Mauern sollen  neben alten Winzerhäusern aufragen.   Der Bürgermeister vertraut seinen Beamten, für ihn wurde alles korrekt abgewickelt.
Starke Zunahme des Zubringerverkehrs in der schmalen Kellergasse, Arbeitslärm oder Verlust von Sonneneinstrahlung sind nur einige der Anrainersorgen.

 „Vom Versenden der Ladung bis zur Bauverhandlung hatten wir nur drei Werktage, um uns damit zu befassen. Außerdem nimmt der Plan keine Rücksicht auf die bestehende Bebauung und  das Ortsbild“, kritisiert  beispielsweise Gerhard Trimbacher.  Außerdem sei das Projekt einfach geteilt worden, so dass er Anrainerrechte verliere.
„Bauern dürfen zwar im Grünland bauen. Aber unser Anwalt ist der Ansicht, dass es sich bei der Anlage um  gewerbliche Nutzung handelt“, meint Margit Lehrach. Sie hat gegen den Baubescheid berufen. „Anfangs hat mich die Gemeinde sogar als Anrainerin übersehen“, sagt sie.

„Ich kann das Projekt  gar nicht ablehnen, wenn die Vorgaben eingehalten werden, auch wenn ich die  Emotionen der Anrainer verstehe“, sagt Stadtchef Huber Meisl. Er betont, dass mit allen Betroffenen im Vorfeld ausführlich gesprochen wurde und er ihnen selber empfohlen habe, die Volksanwaltschaft zu kontaktieren. Die hat keine Verfehlungen im Verfahren fest gestellt.
„Die Stadtbeamten haben bei Besprechungen zum Aufbruch gedrängt, sobald ich begonnen habe, kritische Fragen zu stellen. Mein Grundstück wird in Zukunft wegen der hohen Hallenwand kaum mehr Sonne bekommen“, sagt Karl Waglechner. Er fürchtet auch, dass  die  Mauern Lärm der nahen Straße zu seinem Haus  reflektieren werden. „Die Zufahrt ist auch zu schmal, schon jetzt plagen sich Lastwagenlenker fürchterlich“, erzählt er.

 

(KURIER) Erstellt am 17.01.2013, 19:59

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