Polizist quittierte Dienst und wird Priester

Beamter wurde von "Gott gerufen".

Martin Hochedlinger wird im Juni 2015 in St. Pölten zum Priester geweiht  Er ist karrenzierter Polizist: „Gott hat mich gerufen“.

Sieben Jahre lang hat der karenzierte Polizist Martin Hochedlinger für den heutigen Tag studiert, sinniert und gebetet. Wenige Tage nach dem 40. Geburtstag erreicht der Niederösterreicher heute ein wichtiges Etappenziel in der Kehrtwende seines Lebens nach der Dienstfreistellung bei der Exekutive.

St. Pöltens Diözesanbischof Klaus Küng weiht Hochedlinger am Nachmittag in einem Hochamt in Maria Anzbach zum Diakon. Damit ist auch das große Lebensziel des Polizisten, der aus Neustadtl/Donau im Mostviertel stammt, in greifbare Nähe gerückt. Der 29. Juni 2015 ist groß in seinem Kalender eingerahmt, da empfängt er im Dom von St. Pölten das Sakrament der Priesterweihe.

"Ich habe jetzt meine Berufung noch einmal geprüft. Es war eine beeindruckende Erfahrung", erzählt der Spätberufene. Die fünftägigen Schweige-Exerzitien im Stift Seitenstetten ließen ihn über Zölibat und Gehorsam nachdenken oder führten ihn zurück in sein Berufsleben in der Uniform, "als ich bemerkte, dass Gott mich ruft".

Keine Kehrtwende

An seinem Entschluss, künftig Seelsorger sein zu wollen, hat sich in den Exerzitien nichts geändert. Innere Spannung kennt er trotzdem. "Es hat schon Priester gegeben, die bei der Bischofsweihe kehrtmachten und davonliefen", sagt er.

Mit der Diakonweihe will Hochedlinger in seiner Pastoralausbildung in Maria Anzbach und Eichgraben Verantwortung übernehmen und auch Initiative zeigen. "Das, was ich verkündige, will ich auch vorleben." Ein Beitrag ist etwa, mit Freiwilligenarbeit Flüchtlingen zu helfen. Einsatzmöglichkeiten in seiner Region gebe es genug, erzählt er. Der Jungdiakon soll künftig auch wichtige Aufgaben im Pfarrgeschehen übernehmen. Er spendet Taufen, leitet Wortgottesdienste oder Begräbnisfeiern und darf auch predigen.

Als Assistent eines Pfarrers hat Martin Hochedlinger schon in der Studienzeit Erfahrung in der heimatlichen Nachbarpfarre Viehdorf gesammelt und in Pfarrer Leopold Lumesberger einen Freund und Berater gefunden. Ein Dankeschön hat der künftige Priester, der im Vorleben neben Polizist auch Einzelhandelskaufmann war, bereits im Sinn. Nach der Priesterweihe und der feierlichen Primiz daheim in Neustadtl wird er eine Woche später mit den Viehdorfern Nachpriminz feiern.

(kurier) Erstellt am
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