Zur mobilen Ansicht wechseln »
Ortsvorsteher Brandl (l.) und Stadtförster Ganster sehen keine Chance Rotbuchenallee zu retten
Ortsvorsteher Brandl (l.) und Stadtförster Ganster sehen keine Chance Rotbuchenallee zu retten - Foto: Wolfgang Atzenhofer

Letztes Update am 24.01.2013, 23:38

Ortschef lässt historische Allee fällen. Wegen der tödlichen Zwischenfälle muss ein Teil der alten Bäume gefällt werden.

Die tödlichen Zwischenfälle mit umgestürzten Bäumen in St. Pölten und Pöchlarn tragen dazu bei, dass im Amstettener Ortsteil Ulmerfeld/Hausmening 24 mächtige Rotbuchen der Motorsäge zum Opfer fallen werden. Zwei Gutachter und der Stadtförster sehen einen Teil der um die 150 Jahre alten Bäume als Sicherheitsrisiko. Um die Entscheidung zur Rodung durch Ortsvorsteher Egon Brandl, SPÖ, ist dennoch eine Diskussion entbrannt.

Die an die 30 Meter hohen mächtigen Buchen nahe dem Schloss Ulmerfeld wurden schon 1966 zum Naturdenkmal erklärt. „Ich habe diesen Tag nie herbeigewünscht, an dem ich die Fällung dieser Bäume anordnen muss“, meint Brandl zerknirscht. Doch die Expertisen lassen ihm fast keine andere Möglichkeit. Elf der hölzernen Riesen erscheinen den Baumdoktoren als verdächtig bis sehr verdächtig. Die Kronen der übrigen Bäume müssten rund drei Meter eingekürzt werden, was sie allerdings für weitere Sonnenbrandschäden und Folgeprobleme anfälliger mache.

Gutachter

Insgesamt hätten die Bäume direkt an einem Gehsteig und neben der viel frequentierten Landesstraße 89 ihren Lebensabend erreicht teilten die Gutachter Thomas Melauner und Rainer Prosenz der Ortsvorstehung mit. Stadtförster Fritz Ganster ergänzt: „Wenn der 60 bis 100 Zentimeter dicke Stamm bei manchen Exemplaren nur mehr von einem zwei Zentimeter dicken Rand getragen wird bedeutet das eigentlich Gefahr in Verzug.“

Brandl wird nun über das Rathaus Amstetten bei der Bezirksbehörde die Aufhebung des Naturdenkmalstatus beantragen und unmittelbar nach dem Behörden-Okay die Rodung beauftragen. Gleichzeitig muss der Chef des 5000 Einwohnerorts auch die Kritiker besänftigen. „Ich werde ein offenes Bürgerbeteiligungsverfahren starten um zu erkunden, wie wir die frei werdende Fläche gestalten sollen“, kündigt Brandl an. Persönlich musste er sich schon Beschimpfungen durch aufgebrachte Bürgern als „Baummörder“ stellen.

Kritik

Peter Rausch, Sprecher der Initiative Forstheide kritisiert Brandl ebenfalls. „Ich bin erschüttert. Wir und die Stadt Amstetten arbeiten längst mit einem Ökobüro zusammen, dass die Baumallee professionell geprüft hätte. Stattdessen engagierte der Ortsvorsteher teure Gutachter. Maßnahmen im Sinne der Sicherheit sind aber sicher notwendig“, sagt Rausch.

(kurier) Erstellt am 24.01.2013, 23:38

Diskussion

Kommentare aktualisieren
Bitte Javascript aktivieren!