Zur mobilen Ansicht wechseln »
Foto: apa

Letztes Update am 21.01.2013, 22:00

Lawinenopfer war Profi. Der Leichnam konnte erst am Montag mit Hubschrauber geborgen werden.

Bei dieser Lawinensituation war es ein Risiko“, sagt der stellvertretende Landeseinsatzleiter der NÖ-Bergrettung, Walter Zöchling. Warum sich die extrem erfahrenen Tourengeher und Alpinisten bei Lawinenwarnstufe 3 am Sonntag dennoch in den Nordost-Hang am Göller gewagt haben, ist allen Einsatzkräften ein Rätsel. „Gerade Hannes galt als übervorsichtig“, wissen seine Bergkameraden vom ASKÖ Waldegg (Bezirk Wiener Neustadt).

Der 50-jährige Johann Sch., den alle nur Hannes nannten, ist wie berichtet am Sonntag bei einem Lawinenabgang im Bezirk Lilienfeld ums Leben gekommen. Sch. war mit seinem Freund, dem Not- und Gemeindearzt Peter D. sowie zwei weiteren Kameraden zu einer Skitour auf den 1766 Meter hohen Göller aufgebrochen. „Der Föhnsturm hatte die Lawinensituation massiv verschärft“, sagt Zöchling. Bei der Durchquerung einer Rinne auf 1500 Meter Seehöhe trat Hannes Sch. selbst ein Schneebrett los, das ihn 200 Meter in die Tiefe mitriss und verschüttete. Seine drei Begleiter, die eine Lawinensonde sowie eine Schaufel mit dabei hatten, waren bei der Suche nach ihrem Freund auf sich selbst gestellt. Da es am Unglücksort keinen Handyempfang gab, konnten sie niemanden zu Hilfe rufen.


Es dauerte eine Dreiviertelstunde bis die Helfer den Verschütteten geortet und ausgegraben hatten. Zu dem Zeitpunkt war der 50-Jährige aber bereits tot. Die geschockten Freunde mussten die Leiche ihres Kameraden am Berg zurück lassen und ins Tal absteigen um die Einsatzkräfte zu verständigen.

Da wegen des Wetters kein Hubschrauber starten konnte und eine Bergung mit Fußtrupps wegen der Lawinengefahr unmöglich war, musste die Aktion verschoben werden. Der Leichnam wurde am Montag mit einem Hubschrauber des Innenministeriums ins Tal gebracht. In der Heimat des 50-Jährigen im Piestingtal herrscht Trauer und Bestürzung. Die Berge waren die große Leidenschaft des Familienvaters.

Schon am Samstag kam am kleinen Ötscher im Bezirk Scheibbs es zu einem Lawinenabgang. Ein Snowboarder wurden mitgerissen, zum Glück aber nur leicht verletzt.

(kurier) Erstellt am 21.01.2013, 22:00

Stichworte:



Diskussion

Kommentare aktualisieren
Bitte Javascript aktivieren!