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KURIER Romy 2014
Von den Plänen, ein Viersterne-Hotel im Tullner Stadtzentrum zu errichten, blieb bis heute nur ein verwaister Bauplatz.
Von den Plänen, ein Viersterne-Hotel im Tullner Stadtzentrum zu errichten, blieb bis heute nur ein verwaister Bauplatz. - Foto: Bernert Martin

Letztes Update am 15.01.2013, 22:55

Vom Hotel blieben nur Spesen. Ein Jahr danach: Insolvenz und Ermittlungen laufen, der Bauplatz ist noch immer leer.

Vor einem Jahr erreichte die Affäre um das geplatzte Hotel-Projekt im Tullner Stadtzentrum ihren Höhepunkt. Nachdem der Geschäftspartner der Stadt, der Schweizer Immobilien-Investor SREC das Geld zur Errichtung des Hotels nicht aufbringen konnte und auch die Abrisskosten für den Altbestand schuldig blieb, stand Norbert O. als Österreich-Repräsentant des Unternehmens dem Tullner Gemeinderat Rede und Antwort.

Honorarfrei…
Foto: SREC Group/Jonecko
Dabei berief sich O. auf fix zugesagte und angeblich bereits erfolgte Zahlungen geheimnisvoller Investoren, die jederzeit im SREC-Stammsitz in Zürich eintreffen müssen. Sobald dieses Geld eingelangt sei, könne man alle Verbindlichkeiten begleichen und das Hotel-Projekt vorantreiben.


Aufgeflogen war die Affäre bereits im November 2011, als SPÖ-Vizebürgermeister Günter Kraft als Aufsichtsratsvorsitzender der gemeindeeigenen Tullner Liegenschaftsverwaltung – sie hat im Auftrag der Stadt das Baugrundstück an SREC verkauft – darauf aufmerksam machte, dass eine St. Pöltner Baufirma seit Monaten auf die Begleichung der rund 200.000 Euro Abrisskosten wartete.

Absetzung

Die Reaktion von ÖVP-Bürgermeister ÖVP-Peter Eisenschenk: Er ließ Kraft umgehend als Aufsichtsratschef absetzen, da dieser mit seiner Kritik dem Investor SREC geschadet habe.

Wie sich bald herausstellte, konnte Kraft der SREC gar nicht schaden – das tat sie nach Kräften selbst: Nach Anzeige der St. Pöltner Baufirma wurde ein Insolvenzverfahren eingeleitet; außerdem nahm die Staatsanwaltschaft St. Pölten Ermittlungen gegen Norbert O. und den aus Tirol stammenden SREC-Chef Jürgen B. wegen Verdachts auf schweren Betrug auf. Dabei kam heraus, dass B. bereits wegen Anlagebetrugs im Gefängnis saß.

Ein Jahr später ist ein Hotel im Stadtzentrum nach wie vor in weiter Ferne. Am Bauplatz parken Autos. Das Insolvenzverfahren gegen SREC läuft immer noch; das selbe gilt für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Opfer der Affäre ist – neben der Baufirma, deren Leistungen nicht entlohnt wurde – der geschasste Aufsichtsratschef Günter Kraft. Er betrachtet seine Absetzung als parteipolitisch motiviert.

Geht es nach Stadtchef Eisenschenk, gibt es zumindest neue Hoffnung für den Standort: „Ein renommiertes Unternehmen aus der Tourismus-Branche hat ernsthafte Kaufabsichten.“

(kurier) Erstellt am 15.01.2013, 22:55


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