Zur mobilen Ansicht wechseln »
Kurier Fotowettbewerb 2014
„Heikler Einsatz“ war nur mit schwerem Atemschutz möglich. 1300 Einäscherungen werden jährlich in St. Pölten vorgenommen.
„Heikler Einsatz“ war nur mit schwerem Atemschutz möglich. 1300 Einäscherungen werden jährlich in St. Pölten vorgenommen. - Foto: mwimmer/dsc_0068.jpg

Letztes Update am 04.01.2013, 17:36

Krematorium geriet in Brand während Einäscherung. Durchgebrannt ist das Krematorium am Hauptfriedhof. Ursache dürfte ein Technik-Defekt sein.

Es war ein extrem schwieriger und heikler Einsatz“ berichtet St. Pöltens Feuerwehrchef Dietmar Fahrafellner.  „Der Verbrennungsprozess war gerade im Gange, die Rauchentwicklung war stark und bei einem Ofen mit so hohen Temperaturen – 900 bis 1000 Grad – kann man Löschwasser vergessen. Wir haben 250 Kilo Löschpulver drauf geworfen, um den Brand niederzukämpfen.“

1300 Verstorbene werden jährlich am St. Pöltener Hauptfriedhof eingeäschert – Tendenz steigend. Bislang hat die mit Gas beheizte Anlage wie ein Glöckerl funktioniert. Freitagfrüh geriet sie außer Kontrolle. Um 7.49 Uhr schlug ein Bestatter, der das Krematorium bediente, Alarm. An der Rückseite des Verbrennungsofens war ein Brand ausgebrochen.


Während sich erste Mitglieder einer Trauergemeinde vor  einem Begräbnis in der Zeremonienhalle einfanden, machten sich keine hundert Meter entfernt 40 Feuerwehrleute zum Löschangriff bereit.  Ein  EVN-Team unterbrach die Gaszufuhr zum Krematorium und damit die Explosionsgefahr.Unter schwerem Atemschutz drangen 27 Einsatzkräfte durch dichten Rauch zum Kremationsofen vor und deckten ihn mit Löschpulver ein. Andere öffneten das Flachdach des Gebäudes, weil man Brandnester in der Decke befürchtete.

Pietätsvoll

Erst gegen Mittag kam die  erlösende Meldung „Brand aus“. Fragen nach dem Zustand des Verstorbenen  beantwortete Rathaus-Sprecher Martin Koutny pietätsvoll: „Der Verbrennungsvorgang war  nahezu  beendet, als der Brand ausbrach. Alles weitere hat die Bestattung  übernommen.“

Die Polizei  schloss Brandstiftung  aus  und vermutet einen technischen Defekt. Durch Überdruck in der Brennkammer sollen Flammen durch die Tür geschossen sein. Der Schaden wird auf 50.000 Euro geschätzt. Das Krematorium  bleibt   vorerst gesperrt.

(Kurier) Erstellt am 04.01.2013, 17:36


Diskussion

Kommentare aktualisieren
Bitte Javascript aktivieren!