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KURIER
Gäste des Heurigen fotografierten die Tierkadaver.
Gäste des Heurigen fotografierten die Tierkadaver. - Foto: Privat

Letztes Update am 18.02.2013, 21:32

Fliegen-Plage und Geruchsbeläs­t­i­gung. Heuriger sieht sich durch Viehzucht existenzbedroht – Vorwurf der Untätigkeit an die Stadtgemeinde.

Die Baubehörde unternimmt einfach nichts, obwohl jeder weiß, wie untragbar die Zustände sind“, zeigt sich Renate Haimel entsetzt. Die nervlich mittlerweile stark angeschlagene Frau betreibt mit ihrem Gatten Andreas Heiss-Haimel einen Heurigen mit Privatzimmervermietung in Traismauer.

Seit vielen Jahren soll vom benachbarten Viehzuchtbetrieb eine existenzgefährdende Fliegen-Plage und Geruchsbelästigung ausgehen. „Wir bieten unseren Gästen Genuss-Zimmer an. Wenn man aus dem Fenster blickt und tote Tiere im angrenzenden Hof sieht, hat das damit leider nur wenig zu tun“, meint Heiss-Haimel.


Vorwurf der Untätigkeit

Mittlerweile wurde mit Hilfe eines Rechtsanwalts eine Sachverhaltsdarstellung für die Staatsanwaltschaft St. Pölten aufgesetzt. Darin wird den Beamten der Gemeinde Traismauer Untätigkeit und Missbrauch der Amtsgewalt vorgeworfen.

Traismauer Familie Haimel mit Frau Schneider…
Familie Heiml ist über die Zustände wenig begeistert - Foto: Sebastian Lemp
Bereits am 8. Mai 2012 stellte der Rechtsvertreter der Familie Haimel bei der Stadtgemeinde den Antrag auf baurechtliche und sanitätspolizeiliche Untersuchung des Nachbargrundstücks. Diese wurde wenig später auch durchgeführt. Dabei seien auch einige Mängel festgestellt worden, seitdem sei jedoch nicht mehr viel passiert. Die Lage ist laut Familie Haimel nach wie vor existenzgefährdend.

Bürgermeister Herbert Pfeffer weist die Vorwürfe zurück. Die Baubehörde und auch die Bezirksverwaltung, seien sehr wohl tätig. „Man muss bedenken, dass es hierbei um einen Nachbarschaftsstreit geht, der Jahrzehnte andauert. Die Situation ist für keinen zufriedenstellend, auch für die Gemeinde nicht.“

Tierquälerei-Anzeige

Jetzt will auch der Verein gegen Tierfabriken Anzeige erstatten. Anonym zugespielte Bilder zeigen erschreckende Verhältnisse in den Stallungen. Elmar Völkl vom Verein erklärt: „Auf den Fotos sind verwahrloste und kranke Tiere auf zu engem Raum mit zu wenig Licht zu sehen.“

Franz Gramer, Besitzer des Viehzuchtbetriebs zeigt sich wenig beeindruckt. „Wir haben nichts zu verstecken. Frau Haimel betreibt lediglich Rufschädigung.“

Auch Bezirkshauptmann Josef Kronister spricht von einem Nachbarschaftsstreit. „Beim betroffenen Betrieb waren auch schon Veterinäre der Landesregierung. So erschreckend ist die Lage nicht. Sogar ein Mediationsverfahren haben wir eingeleitet, dieses wurde kurzfristig von Familie Haimel abgesagt. Es ist bedauerlich, dass es zu keiner Annäherung kommt.“

(kurier/Sebastian Lemp) Erstellt am 18.02.2013, 21:32


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