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Das Areal des seit Jahreswechsel geschlossenen Kinderheims besteht auf einem herrschaftlichen Hauptgebäude und etwa 6000 m2 Park.
Das Areal des seit Jahreswechsel geschlossenen Kinderheims besteht auf einem herrschaftlichen Hauptgebäude und etwa 6000 m2 Park. - Foto: Patrick Wammerl

Letztes Update am 04.01.2013, 17:38

Aus Missbrauchs-Kinderheim wird vermutlich ein Wohnpark. Das Skandalheim der Stadt Wien ist endgültig geschlossen und wird verkauft.

Nach dem Missbrauchs-Skandal im Kinder-Wohnheim der Stadt Wien in Pitten, Bezirk Neunkirchen, gehört das Haus der Geschichte an. Mit Jahresende hat die Volkshilfe den Betrieb in dem in die Schlagzeilen geratenen Heim endgültig eingestellt. Knapp 40 Mitarbeiter haben ihren Job verloren. Das etwa 6000 große, herrschaftliche Anwesen, wird verkauft und könnte in Zukunft als Wohnpark oder Pflegeheim eine neue Nutzung finden.

Die Wiener Volkshilfe hat in Pitten im Auftrag der Stadt Wien jahrelang ein Kinderheim für Sprösslinge aus problematischen Verhältnissen betrieben. Die Betreuung schien auch außerhalb Wiens sehr gut zu funktionieren, bis Ende 2011 ein Missbrauchsfall ans Tageslicht kam. Ein 47-jähriger Betreuer soll sich an Heimkindern sexuell vergangenen haben. Obwohl die Sache hausintern bekannt wurde, war das Dienstverhältnis mit dem Betreuer nicht gekündigt, sondern einvernehmlich aufgelöst worden – er bekam obendrein noch einen Job in einem anderen Heim. Während der Ermittlungen durch das nö. Landeskriminalamt schied der Verdächtige freiwillig aus dem Leben.


Dementi

Obwohl die Volkshilfe immer wieder beteuerte, dass die Schließung des Hauses nichts mit dem Missbrauchsfall zu tun habe, ist der Zusammenhang nur schwer von der Hand zu weisen. Christine Penz von der Volkshilfe Wien meint hingegen: „Die Stadt Wien hat entschieden, Kinder wegen der örtlichen Nähe zu ihren Eltern, nur noch in Wien unterzubringen“. Die vier Kindergruppen wurden bereits nach Wien verlegt, und das Haus mit 31. Dezember geschlossen. „Wir haben kein Interesse mehr an einer Nutzung und verkaufen das Objekt“, erklärt Penz.

Die Gemeinde Pitten ist vor allem an einer sinnvollen und ins Ortsbild passenden Nachnutzung interessiert. „Das Areal ist als Bauland-Wohngebiet gewidmet. Zwei Kaufinteressenten waren bereits bei uns um sich über die Flächenwidmung zu informieren“, erklärt Bürgermeister Günter Moraw (SPÖ). Der Ortschef stehe in der Angelegenheit in Kontakt mit der Volkshilfe. Man habe die Zusage, dass der Verkauf mit der Gemeinde akkordiert wird. Laut Moraw ist eine weitere Nutzung durch den Bau von Wohnungen, ein Seniorenheim oder durch eine Parzellierung möglich.

(KURIER) Erstellt am 04.01.2013, 17:38


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