Zur mobilen Ansicht wechseln »
Hertha Wallecker beim Prozess.
Hertha Wallecker beim Prozess. - Foto: Sascha Trimmel
Während der Urteilsverkündung wurde die Bank erneut überfallen.
Während der Urteilsverkündung wurde die Bank erneut überfallen. - Foto: Sascha Trimmel

Letztes Update am 07.03.2013, 19:00

"Oma Hertha" bringt Räuber hinter Gitter. 82-Jährige riss Bankräuber die Maske vom Gesicht. Er wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Die Geschichte von Hertha Wallecker (82) ist um die Welt gegangen. Die rüstige Mindestrentnerin aus dem Bezirk Neunkirchen, NÖ, wurde von europäischen Medien als Star gefeiert. Die Seniorin hatte sich während eines Bankraubes im vergangenen Herbst dem bewaffneten Täter in den Weg gestellt und ihm zwei Mal die Maske vom Gesicht und 12.000 Euro Beute aus der Hand gerissen. Der 22-fach vorbestrafte Gerhard P. (62) sowie seine Komplizin Eva F. (48) wurden am Donnerstag am Landesgericht Wiener Neustadt rechtskräftig zu zehn beziehungsweise sechs Jahren Haft verurteilt.

Es ist der mutigen Rentnerin zu verdanken, dass die Polizei nur wenige Stunden nach dem Überfall das Paar festnehmen konnte. Was eine 82-jährige Frau bewegt hat, sich gegen einen bewaffneten Räuber aufzulehnen, erfuhr man beim Prozess. „Der ganze Tango hat angefangen, als er sich bei mir vorbeidrängte. Normalerweise lässt ein Mann einer Frau den Vortritt. Er hat mi’ angschrien: Passt dir was ned?“

Sie habe mit Männern so schlechte Erfahrung gemacht, dass sie es nicht vertrage wenn ein Mann sie anschreit.

Surschnitzel

„Hatten Sie keine Angst?“, wollte Richterin Birgit Borns wissen. „Ich weiß das gar nicht. Ich habe mich nur um die junge Angestellte gesorgt“, sagte Wallecker. Der Räuber ergriff verdutzt die Flucht und fuhr mit seiner Freundin schnurstracks auf ein Surschnitzel und ein Bier. Da die Kameras sein Gesicht unmaskiert einfingen, dauerte die Flucht nicht lange. Für den Räuber und seine Komplizin setzte es mehrjährige Haftstrafen. Nur wenige Minuten vor der Urteilsverkündung wurde die besagte Raiffeisenbank in St. Egyden, Bezirk Neunkirchen, am Donnerstag erneut überfallen. Die Polizei spricht jedoch von einem Zufall. Ein mit Strumpfmaske vermummter und mit einem Messer bewaffneter Mann erbeutete einige Tausend Euro. Ihm gelang die Flucht, verletzt wurde niemand.

(kurier) Erstellt am 07.03.2013, 19:00

Diskussion

Kommentare aktualisieren
Bitte Javascript aktivieren!