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Foto: Philipp Kienzl

Letztes Update am 26.04.2012, 18:30

„GAT muss weg aus Ebenfurth“ . Störfälle im Agro-Chemie-Konzern GAT sorgen weiter für Unsicherheit. Pottendorfer fürchten um ihre Gesundheit.

Ungebrochen groß ist das Interesse der Pottendorfer Bevölkerung (Bezirk Baden) an den Vorgängen rund um den Agro-Chemie-Konzern GAT aus dem benachbarten Ebenfurth. Wie berichtet, sollen Störfälle in den Jahren 2004 und 2009 zum Austritt von 28 hochtoxischen Pestiziden ins Grundwasser geführt haben. Damals bezog ein Teil der Bevölkerung Trinkwasser aus dem Hausbrunnen. Derzeit sind Verfahren bei der Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt und der Staatsanwaltschaft anhängig.

Am Donnerstag lud die BH Baden zum Infonachmittag, um die jüngsten Entwicklungen zur Causa GAT aufzuzeigen. Dass das Thema weiterhin emotional geführt wird, bewiesen Einwürfe aus dem Publikum. „Die Firma muss weg aus Ebenfurth. So ein Projekt darf man doch nur genehmigen, wenn nachher nichts passieren kann“, tönte es lauthals aus den Reihen der Zuhörer.


Tatsächlich wiegen die Vorwürfe schwer. Im Strafakt mit der Geschäftszahl 2 St 16/09p werfen die Kontrolleure des Bundesamts für Ernährungssicherheit (BAES) den Verantwortlichen der GAT vor, nicht zugelassene Pflanzenschutzmittel in Umlauf gebracht zu haben.

Die Firma bestritt diesen Vorwurf in der Vergangenheit gegenüber Medienvertretern stets.

Verbesserung

Ziviltechniker Alexander Mechtler konnte am Donnerstag zumindest teilweise Entwarnung geben. „Im Vergleich zu 2010 haben sich die Belastungen um 75 Prozent verringert.“ Im Jänner 2012 wiesen „nur“ noch zwei Messstellen rund um das Betriebsgelände erhöhte Werte gemäß der Trinkwasser-Verordnung auf. „Die Pestizid-Fahne wird weniger, die Kurve zeigt nach unten“, so Mechtler.

Grund zur Entwarnung sei aber noch verfrüht, denn: Das Grundwasser bewegt sich nur mit drei bis fünf Metern pro Tag in Richtung Pottendorf, Störfälle entfalten ihre Wirkung erst Jahre später. „Wir haben dieses Wasser lange Zeit getrunken. Keiner kann sagen, ob wir Schäden davontragen werden“, so ein Betroffener.

(kurier) Erstellt am 26.04.2012, 18:30


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