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Foto: Kurier

Letztes Update am 13.12.2012, 19:46

Familie droht auf Kosten sitzen zu bleiben. Mit dem Abriss des Nachbarhauses begann für eine Familie ein Albtraum, der nun zur Klage führt.

Es ist ein Jammer, wie viel Zeit und Nerven uns die ganze Sache schon gekostet hat – und ein Ende ist nicht absehbar“, sagt Paul Hannauer und seufzt. Das Leben des 84-Jährigen sowie von Ehefrau Helene und Sohn Paul dreht sich seit drei Jahren nur mehr um Gutachten, Anwälte und Schuldfragen.

Damals, im Herbst 2009 wurde das Wand an Wand gebaute Nachbarhaus abgerissen und mit der Errichtung einer Tiefgarage für ein Wohnhaus begonnen. Mit Auswirkungen im rund 155 Jahre alten Heim der Hannauers. Zentimeterdicke Risse bildeten sich an Decken und Wänden. Ein Ziviltechniker erkannte „eine Gefährdung von Eigentum und Personen.“ Erst nach langen Diskussionen konnte man sich mit dem Bauträger auf ein Sanierungskonzept einigen. Doch die Probleme hören nicht auf.


Klage eingereicht

„Alle Versuche, uns außergerichtlich zu einigen sind gescheitert. Deshalb haben wir jetzt Klage eingereicht“, sagt Hannauer. „Es war oft nötig, einen Anwalt einzuschalten. Wegen der Differenzen mussten wir unzählige Male intervenieren. Die Kosten dafür betragen bisher rund 35.000 Euro“, erklärt Paul Hannauer.

Zwar gäbe es ein Angebot der Gegenseite, aber dann müsste man auf alle weiteren Ansprüche verzichten. „Für uns ist die Sanierung aber nicht abgeschlossen. Die Feuermauer am Dachboden wackelt seit Monaten. Bei Regen steht unser Vorgarten unter Wasser.“ Deshalb klagt man auch auf Wertminderung. Insgesamt geht es um rund 63.000 Euro.

Das erste Gutachten eines gerichtlich beeideten Sachverständigen war für die Familie eine herbe Enttäuschung, denn da wurde eine Verbesserung der Gebäudesubstanz festgestellt. „Unser Vertrauen in das Rechtssystem ist erschüttert.“ Dass ein Mail mit dem Vorwurf, man wollte alte Risse von der Versicherung beheben lassen, trotz Widerruf anscheinend noch immer herum geistert, empört die Familie.
Der Anwalt des Bauträgers, Gerald Gerstacker, gibt zu, dass „die Sache für die Familie natürlich eine Belastung ist. Der Bauträger hat keinen Heiligenschein, aber es sind rund 150.000 Euro in die Sanierung geflossen. Wir sind der Meinung, dass das Haus aufgewertet wurde. Knackpunkt ist der Wertminderungsanspruch. Da können wir uns nicht einigen.“

(KURIER) Erstellt am 13.12.2012, 19:46


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