"Ich glaub, ich nehm’ die Krautfleckerl"

Salzburger Stier trifft Floh / Gery Seidl liebt ’s vegetarisch und schätzt die Künste von Josef Floh.

Kochkunst und Kleinkunst: Haubenkoch  und Austria-Fan Josef Floh mit Gemüseliebhaber  und Kabarett-Star Gery Seidl (re.) Auch das Schnitzel wird in der Floh-Küche geschätzt
  Wollen wissen wo ihre Lebensmittel herkommen: Petra Ebner-Seidl, Gery Seidl "Der Floh" in seinem Reich Rustikal-innovativ: Gastwirtschaft Floh in Langenlebarn Leicht zu finden: An der Hauptstraße mitten im Ort Außergewöhnlich kreative Karte Flohmarkt mit Schmankerl des Wirten und aus der Region

"Wenn die Freude am Spaß weg ist, such’ ich mir etwas anderes." Und weil Spaß bekanntlich ansteckend ist, wollen ihn derzeit möglichst viele mit dem Kabarettisten Gery Seidl teilen.

Der Klosterneuburger ist aktuell auf der Bühne und im TV omnipräsent. Bei einer unterhaltsamen Rast in seinem Lieblingsgasthof "Floh" in Langenlebarn durfte ihn der KURIER begleiten.

Haubenkoch (zwei Hauben Gault Millau) Johann Floh … Foto: KURIER/Wolfgang Atzenhofer Die Wellenlänge zwischen zwei Individualisten passt, wenn der rustikal-innovative Haubenwirt Josef Floh mit dem Wortakrobaten zusammentrifft. Auf Anhieb finden sich Gemeinsamkeiten – Gags purzeln, ebenso wie handfeste Standpunkte zu Reizthemen wie Bürokratie oder Registrierkassen.

Seidl, derzeit mit dem Programm "Bitte, danke" bestens gebucht und auch bei TV-Hits wie "Was gibt es Neues" (ORF) oder "Bist du deppert" (Puls 4) engagiert, fühlt sich "gut in Form". Fünf Auftritte in der Woche sind die Regel. Zum Glück übernimmt der Tontechniker die nächtlichen Autofahrten nach Hause. Auch Ehefrau Petra und die kleine Tochter kommen nicht zu kurz. "Ich hab’ dafür tagsüber Zeit, wo andere in der Arbeit sind", meint er.

Salzburger Stier

Es sind die eigenen Alltagserlebnisse, Nöte, Sorgen und Grotesken, die der Vollblut-humorist aufsaugt und auf der Bühne als sein Inneres nach außen stülpt. Der geübte Blick des Bautechnikers mit Baustellenerfahrung ist bei der Themenwahl sehr hilfreich. "Immer und überall", sammelt Seidl Material, macht sich sofort Notizen um die Ideen daheim zu horten. "Die harte Zeit kommt zum Jahresende, wenn ich ein neues Programm erarbeite. Im Frühjahr 2017 gibt’s die nächste Premiere", verrät er. Dass er heuer mit dem renommiertesten Kleinkunstpreis im deutschsprachigen Raum, dem "Salzburger Stier", geehrt wird, macht den Kabarettstar stolz. "Für mich der wertvollste Preis. Eine Auszeichnung, die von außen kommt". Verliehen wird die Trophäe im deutschen Paderborn. "Deutschland wäre sicher ein interessanter Markt. Allein, wie man dort unseren Dialekt verständlich machen muss, gibt etwas her. ,Gölsengitter’ versteht keiner".

Sprechstunde

Haubenkoch (zwei Hauben Gault Millau) Johann Floh … Foto: KURIER/Wolfgang Atzenhofer Selbst kein Fußballfanatiker, gefallen Seidl die Schrullen, die sich Josef Floh als Top-Fan der Wiener Austria leistet. Etwa das Schild beim Lokaleingang "Heute keine Sprechstunde". Insider wissen: Die Austria hat ein Spiel verloren und der Floh will darüber nicht sprechen.

Die Liebe zum "Floh", dessen Markenzeichen der Strohhut ist ("nur meine Frau sieht mich ohne"), geht bei Seidl natürlich auch durch den Magen. "Wir essen kein Fleisch und kochen daheim auch so. Hier gibt es herrliche Gemüsegerichte", schwärmt der Bühnenmann. Von der Art, wie Floh seine Lebensmittel nachhaltig in der Region kauft und frisch zubereitet, ist Seidl begeistert. Seine "Route 66" hat Floh zur Marke gemacht. Im Radius von 66 Kilometern kauft er, unterwegs im E-Car, persönlich bei Bauern und Fleischhauern ein. Schlachttiere nimmt er im Ganzen, verkocht wird davon alles. Die Speisekarte sprüht vor Kreativität: Trinkwasser-Fisch, Streuobst-Wels, Kuhsuppe oder Kaiberl, heißt es da ...

Seidl: "Ich glaub, ich nehm’ die Krautfleckerl".

Zwei-Hauben-Erlebniswirt

Haubenkoch (zwei Hauben Gault Millau) Johann Floh … Foto: KURIER/Wolfgang Atzenhofer Josef Floh trägt Hut und führt zwei Hauben. Er hat vor 22 Jahren das elterliche Wirtshaus übernommen und umgebaut.  Geöffnet ist „Der Floh“ Donnerstag bis Montag, 9-23 Uhr, Küche: mittags und abends offen.
Angebot „Flohmarkt“, mit vom Wirt eingemachten Spezialitäten und  regionalen Schmankerl, 50 Fruchtsaft-Sorten im Lokal,
2000  Weine (20.000 Fl. auf Lager).

Speisen:  Karte ist aktuell unter: www.derfloh.at zu finden; Topisuppe 5,80€, Räucherkarotte 13.90€, Kalbszüngerl 9,40 €, Dry Aged Rind 29,80 €, Schnitzel 9,60 €, Backhendl 10,80 €....

(kurier) Erstellt am
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