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Foto: KRISTIAN BISSUTI

Letztes Update am 05.12.2011, 08:42

Erwin Pröll: Die biografische Landkarte. "Erwin Pröll - Zum Glück gewinnt immer die Zuversicht", handelt ausschließlich von Niederösterreichs Landeschef. Doch es ist keine Biografie.

Erwin Pröll hatte einfach keine Lust. Wozu, so dachte Niederösterreichs Landeshauptmann, sollte er einem Verlag dabei helfen, eine Biografie über ihn, Pröll, zu verfassen? Weder war er in Pension, noch konnte und wollte er die Zeit für die nötigen Gespräche erübrigen.
"Sie haben mich erst beim vierten Anlauf überzeugt", sagte Pröll Montagabend. "Sie", das waren der Styria-Verlag und die Autoren Helmut Gansterer und Christiane Scholler.

Ihr schlagendstes Argument war wohl das: "Zum Glück gewinnt immer die Zuversicht" sollte keine Biografie, sondern das "Profil eines Politikers" werden; und das Buch würde nicht nur seinen Lebensweg, sondern vor allem die Entwicklung jenes Bundeslandes nachzeichnen, das Pröll seit mehr als 19 Jahren als Regierungschef führt.

Gansterer und Scholler kennen Erwin Pröll seit Jahrzehnten. Scholler hat vor 30 Jahren zufällig in einem Sommerhaus gegenüber des Pröll'schen Weinkellers gewohnt; Ganster kennt den Hochschulfreund seit Studientagen.

Was hat die Autoren besonders gepackt, überrascht? Für Gansterer ist es vor allem Prölls "Tapferkeit" im Kulturellen: "Der Erwin hat sich immer dafür stark gemacht, schwierige Künstler einzugliedern. Ein Nitsch oder ein Rainer sind gern gekommen. Es ist bemerkenswert, wie viele linke Kreative sich Niederösterreich ausgesucht haben", sagt er zum KURIER.

Wehmut in Wien

Spannend an dem Pröll-Oeuvre sind unter anderem die im hinteren Teil des Buchs faksimilierten Einblicke in die persönlichen Notizen: Hier erzählt der Niederösterreicher, wie es sich einst anfühlte, als er als junger Maturant - mehr wehmütig denn euphorisch - seinem Dorf den Rücken kehrte, um in die Stadt, nach Wien, zu gehen und dort zu studieren.

Das Verhältnis zu Prölls Neffen, dem ehemaligen Vizekanzler Josef Pröll, wird im Buch "gestreift". "Der Erwin ist sehr stolz auf den Josef", sagt Autor Gansterer. "Die Beziehung ist eine liebevoll-verwandschaftliche. Wer anderes behauptet, der irrt."

BUCHTIPP: Christiane Scholler, Helmut Gansterer: "Erwin Pröll - Zum Glück gewinnt immer die Zuversicht", Styria Verlag, 24,99 Euro.

(kurier) Erstellt am 07.11.2011, 18:00

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