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KURIER
Durch dieses Loch holten die Täter die Beute aus dem Lkw.
Durch dieses Loch holten die Täter die Beute aus dem Lkw. - Foto: LPD Burgenland

Letztes Update am 15.01.2013, 22:27

Zigaretten und Vignetten gestohlen. Kriminelle schnitten zwei Sattelauflieger auf und stahlen Fracht im Wert von 430.000 Euro.

Am Montag schien zuerst alles normal. Die beiden Lkw starteten mit ihren Kühlaufliegern in Richtung Bestimmungsort. Dort staunten die Fahrer allerdings nicht schlecht, als es ans Ausladen ging: Die beiden Auflieger waren leer. Die Kriminellen schlugen am Wochenende in Markt Allhau, Bezirk Oberwart, zu. Am Firmensitz der Spedition Kandlbauer waren die Auflieger mit der wertvollen Fracht abgestellt.

Leopold Kandlbauer, Spediteur Markt Allhau…
Kandlbauer hat von dem Diebstahl zuerst nichts bemerkt - Foto: ROLAND PITTNER /Roland Pittner
„Die Täter haben ihr Ziel mit Sicherheit vorher ausgespäht“, erklärt Oberstleutnant Helmut Marban vom Landespolizeikommando und bestätigt einen Bericht der Kleinen Zeitung. Die Täter schlugen zwischen 11. und 13. Jänner zu, vermutlich in den Nachtstunden. „Wir gehen davon aus, dass es sich um Profis aus der organisierten Kriminalität handelt“, sagt Marban. Denn das Ziel waren keine normalen Planenauflieger, sondern Kühlauflieger. „Die Täter mussten mit schwerem Gerät das 15 Zentimeter dicke Kühlgehäuse aufschneiden“, erklärt Leopold Kandlbauer, der Chef der Spedition.


„Sie schnitten Löcher in die Dächer und räumten Zigaretten im Wert von 340.000 Euro und Autobahnvignetten um etwa 90.000 Euro aus“, sagt Marban. Die Diebe gingen professionell und unbemerkt zu Werke. „Die Vignetten werden nicht das Problem gewesen sein, aber der Abtransport so vieler Tabakwaren“ , sagt Marban. Am Sonntag war Kandlbauer selbst auf seinem Firmengelände, bemerkte von dem Diebstahl aber nichts. „Die Täter haben nichts zurückgelassen, alles schien normal“, sagt Kandlbauer.

Das Landeskriminalamt Burgenland, Außenstelle Oberwart, hat die Ermittlungen nun aufgenommen. „Sie gehen in alle Richtungen“, sagt Marban. Die gesammelten Spuren werden noch ausgewertet. Die Polizei gehe aber von einer organisierten Bande aus.

Prozess

Drei Rumänen standen am Dienstag in Wiener Neustadt, Niederösterreich, vor Gericht, weil ihr ausgeklügelter Plan nicht aufging. Ein Sattelschlepper mit neun Millionen Zigaretten sollte auf einem Rastplatz gekapert und die Beute verkauft werden. Die Chauffeure steckten mit den Drahtziehern jedoch unter einer Decke und hatten die Rechnung ohne die Ermittler des Landeskriminalamtes Niederösterreich gemacht. Im vergangenen Mai stöberten die Ermittler den Lkw in Würmla auf und nahmen drei Rumänen fest.

Am Dienstag wurde das Trio am Landesgericht wegen schweren Diebstahls, Hehlerei und Beteiligung an einer kriminellen Organisation (nicht rechtskräftig) verurteilt.

(kurier) Erstellt am 15.01.2013, 22:27


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