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Viele Gläser verderben nicht den Wein: Die besten der besten Winzer haben Monika und Hannes Wild auf ihrer Vertriebs-Liste
Viele Gläser verderben nicht den Wein: Die besten der besten Winzer haben Monika und Hannes Wild auf ihrer Vertriebs-Liste - Foto: Georg Gesellmann

Letztes Update am 12.11.2012, 20:04

Trends bestimmen Markt. Weißwein verkauft sich gut, Muskateller ist in der Zeit und Pinot Noir schwächelt.

Der Landesfeiertag Martini ist vorbei, Weihnachten steht vor der Tür. Das bedeutet für die Weinhändler Hannes Wild und seine Gattin Monika eine Menge Arbeit. „Nein, fad ist uns zur Zeit nicht“, sagt Hannes Wild. Das bedeutet wohl, dass nach wie vor Wein getrunken wird. „Dem kann ich nicht widersprechen.“

Seit mehr als zehn Jahren sind die beiden in dieser Branche tätig. Sie wollen nicht klagen, das Geschäft laufe gut. Trotzdem müssen sie „aufpassen“, welche Weine sie in ihr Programm aufnehmen. Denn das Kaufverhalten der Leute hat sich von Jahr zu Jahr geändert: „Sie sind Trendtrinker.“


Grundsätzlich gehe der Trend zum Weißwein. Derzeit seien vor allem bei den Weißweinen Muskateller und Sauvignon Blanc gefragt; die Favorits seien aber nach wie vor Welschriesling und Grüner Veltliner. Bei den Rotweinen dominieren Zweigelt und Blaufränkisch. Der vor Jahren hochgepriesene Pinot Noir lasse sich derzeit „schwer verkaufen“, obwohl es hier – ohne Namen nennen zu wollen – punktuell „ganz großartige Pinots“ gebe.

Hannes Wild stellt zusätzlich einen anderen Trend fest. Griffen früher Weinliebhaber oder Leute, die nicht wussten, welche Geburtstagsgeschenke sie offerieren sollten, zu Weinen im Preissegment um die 20 Euro, wird jetzt anders überlegt. Die Überlegungen gehen dahin, dass man entweder zu einen hochpreisigen Wein um die 30 bis 35 Euro greift – eher seltener–, oder zum billigeren Segment um die sechs bis zehn Euro. „Die Qualität passt in den meisten Fällen sowohl bei dem einem als auch beim anderen“, erklärt Hannes Wild.

Viel „Spazi“ haben Monika und Hannes Wild nicht: „Hier in Österreich gibt es einen Verdrängungswettbewerb, der Markt ist sehr klein.“ Es herrsche eine Überproduktion an Wein und der Markt sei gesättigt, sagt Wild. Daher versuchen sie neue Wege zu gehen: Seit kurzem bekommt man bei Wild Sauvignon blanc aus Neuseeland. „Ein wunderbarer Wein“, schwärmt Hannes Wild. Wie er auf die Neuseeländer gekommen ist, ist einfach zu erklären: „In Österreich erhält man im Oktober einen jungen, fertigen Wein, der im Jänner gelesen wird. Eher ungewöhnlich, oder?“

(KURIER) Erstellt am 13.11.2012, 06:05


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