Neusiedlersee: 120 Kilometer in 24 Stunden

24h Burgenland etrem…
Foto: /24h Burgenland etrem Die Wetterbedingungen waren im vergangenen  Jahr extrem. Dennoch ließen sich rund 1200 Teilnehmer nicht von der Tour abhalten.

Bei der 24 Stunden Burgenland Extrem Tour geht es an einem Tag ein Mal rund um den Neusiedler See.

Dichtes Schneetreiben, sodass man die Hand nicht mehr vor Augen gesehen hat, später Regen, dazu eisiger Wind. Die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour machte im letzten Jahr ihrem Namen alle Ehre. Und auch heuer soll es extrem werden: nämlich mit so vielen Teilnehmern wie nie zuvor.

Am 22. Jänner um 4.30 Uhr ist es wieder so weit. Während die meisten Menschen noch in den Federn schlummern, heißt es für rund 1600 Bewegungshungrige: Laufschuhe schnüren, Proviant einpacken, Stirnlampe auf und los geht das "Abenteuer vor der Haustür", wie Organisator Michael Oberhauser die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour nennt. Ein Mal rund um den Neusiedler See in 24 Stunden.

… Der Startschuss fällt um 4.30 Uhr in Oggau, um Stunden und 120 km in den Beinen später genau an demselben Ort wieder anzukommen. Die Tour verlangt von den Teilnehmern einiges ab. Warum tun sie sich das an? "24 Stunden Burgenland ist Abenteuer pur vor der Haustüre. Man muss nicht nach Alaska oder Sibirien fahren, um das Gefühl der Ausgesetztheit zu spüren. Wir erleben während der Tour zwei Sonnenaufgänge und werden dabei auch an unsere individuellen Leistungsgrenzen stoßen", erklärt Michael Oberhauser, der gemeinsam mit Tobias Neugebauer-Monte und Josef Burkhardt die Tour veranstaltet. Dabei stehe jedoch nicht die Leistung im Vordergrund. "Es gibt keine Zeitnehmung, weil es nicht ums Messen geht. Die Tour ist kein Wettbewerb. Jeder geht den Weg für sich selbst, eben so weit er kommt. Und wenn es heuer ein Stückchen weiter ist als im letzten Jahr, ist das der größte Erfolg", meint Oberhauser.

Heuer findet die fünfte Auflage statt und das Interesse daran ist so groß wie nie zuvor. "Wir haben schon jetzt mehr Anmeldungen als im letzten Jahr, also über 1200. Nur müssen wir bei ca. 1600 Stopp sagen. Mehr geht nicht, weil es an den Unterkünften scheitert", sagt Organisator Tobias Neugebauer-Monte.

Neben Teilnehmern aus ganz Österreich kommen viele aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und der Schweiz. "Wir zählen mittlerweile zu den größten Veranstaltungen dieser Art in Österreich", sagt Oberhauser.

Radfahrer willkommen

Neben den Walkern und Läufern sind dieses Jahr erstmals auch Radfahrer eingeladen mitzumachen. "Es war ein spontaner Aufruf von "Mountainbiker.at am See", einem Fahrradgeschäft mit Leo Hillinger als Geschäftsführer.

Grundsätzlich befürworten die Organisatoren, dass auch Radfahrer an der Tour teilnehmen, wobei sie aber betonen: "Unsere Labestationen und sämtliche Serviceeinrichtungen sind noch nicht auf Radlerzeiten und Radlerbedürfnisse eingestellt."

Egal, ob Walker, Läufer oder Radfahrer, wer am 22. Jänner in Oggau am Start stehen will, sollte sich rasch anmelden. Die Startgebühr beträgt 24 Euro. Darin inkludiert: Startersackerl und alle Labestationen auf der Tour.

Nachgefragt

"Minimum sind 60 Kilometer“

Dieter Stangl aus Niederösterreich nimmt das erste Mal teil.

Dieter Stangl… Foto: /Privat KURIER: Warum machen Sie bei der Tour mit? Die Teilnahmegebühr von 24 Euro ist nicht so hoch wie bei anderen Ultraläufen. Ich will meine Grenzen kennenlernen und heuer auch bei anderen Ultraveranstaltungen mitmachen. Da ist 24 Stunden Burgenland Extrem der perfekte Test dafür.

Wie lange laufen Sie schon und welche Distanzen? Ich laufe seit zwei Jahren regelmäßig und bin 2015 meinen ersten Halbmarathon und auch den ersten Marathon im Burgenland gelaufen. Und jetzt wird es der erste Ultra im Burgenland.

Wie hat das Training für die Extrem Tour in den letzten Monaten ausgesehen? Am Anfang waren es 50 bis 60 gelaufene Kilometer die Woche. Ich habe ich langsam gesteigert und bin jetzt bei 90 bis 100 km.

120 Kilometer sind verdammt lang. Wie bereiten Sie sich mental darauf vor? Irgendwelche Tricks? Nein, ich sehe das Ganze recht entspannt.

Zweifeln Sie, ob Sie es schaffen können? Und wenn ja, haben Sie sich ein Minimum-Ziel gesteckt? Absolutes Minimum sind 60 km. Ich wäre ehrlich überrascht, wenn ich es beim ersten Antreten schaffen würde. Allerdings wachse ich bei Wettkämpfen, auch wenn das ja kein richtiger ist, über mich hinaus. Ich bin 2015 bereits mit meinem Verein von Wiener Neustadt nach Mariazell, das sind rund 90 Kilometer, über einige Pässe gelaufen. Danach war ich aber ziemlich fertig.

Eisiger Wind, Schnee und schließlich auch Eisregen – im letzten Jahr war das Wetter wirklich extrem. Würden Sie unter solchen Bedingungen aufgeben? So extremes Wetter liebe ich. Allerdings über 120 km würde ich vermutlich aufgeben.

Was sind für Sie die größten Herausforderungen? Das wird sicher die Dauer sein. Ich hoffe, dass ich mich bei anderen Läufern einklinken kann. Ansonsten vielleicht auch starker Wind.

Dabei sein ist alles oder haben Sie sich ein Zeitlimit gesetzt, wann Sie wieder in Oggau sein wollen? Dabei sein ist alles.

Ein letzter Tipp? Ich versuche, mich beim Laufen auf einen Punkt zu fokussieren und falle sodann schnell in einen, sagen wir mal, meditativen Zustand.

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?