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Kurier Fotowettbewerb 2014
Michael Griemann aus Tadten ist leidenschaftlicher Rinderzüchter. Der 46-Jährige findet Entspannung bei der Arbeit mit seinen Tieren auf den Weiden im Seewinkel.
Michael Griemann aus Tadten ist leidenschaftlicher Rinderzüchter. Der 46-Jährige findet Entspannung bei der Arbeit mit seinen Tieren auf den Weiden im Seewinkel. - Foto: GEORG GESELLMANN/georg gesellmann

Letztes Update am 20.04.2013, 22:10

Angus-Rinder haben im Seewinkel viele Freiheiten. Michael Griemann ist Rinderzüchter aus Leidenschaft und kümmert sich um 420 Angus-Rinder.

Es gibt Menschen, die sich in der Oper oder im Theater entspannen. Und dann gibt es solche, die Entspannung bei Tieren genießen. Zu diesen gehört Michael Griemann, nicht bei Hund und Katze, sondern bei Angus-Rindern. „Ich leg mich ins Gras, plaudere mit ihnen und denk mir: Wie schön ist doch die Welt“, sagt der 46-Jährige aus Tadten, derseit 13 Jahren diese Tiere züchtet.

Mit zehn Mutterkühen hat Griemann mit der Beweidung im Waasen (Seewinkel) begonnen. 2007 wurde in Zusammenarbeit mit der Naturschutzabteilung sowie 65 Bauern und Grundeigentümern das Beweidungsprojekt auf 520 Hektar gestartet. Zurzeit weiden 420 Tiere hier.


Die Angus-Rinder leben das ganze Jahr über im Freien. Sie können selbst entscheiden, ob sie sich lieber in den Unterständen, die das Tierhaltungsgesetz verordnet, oder auf den Weiden aufhalten wollen. Die Tiere sind anscheinend anarchistisch veranlagt und pfeifen auf Verordnungen. Denn: „95 Prozent der Zeit sind die Rinder im Freien und fühlen sich bei jedem Wetter draußen sehr wohl“, sagt Griemann.

Anpassungsfähig

Durch die Freilandhaltung wachse das Fell der Tiere mit der Witterung mit, im Winter lange und im Sommer kurze Haare. Die Weideflächen in Verbindung mit einem auf die Natur abgestimmten Weidemanagementplan, und im Winter die Zufütterung „ad libitum“ (nach Belieben), ermöglichen den Tieren, so wie in der freien Natur zu fressen – wann und so viel sie wollen.

Den Rindern dürfte es gutgehen. Sie können tun und machen, was ihr Herz begehrt. Selbst bei der Geburt der Kälber entscheiden sie, wo ihre Kälber das Licht der Welt erblicken. Die Kühe gehen zu einem von ihnen selbst gut ausgesuchten Platz auf der Weide und kehren später mit ihrem Kalb zur Gruppe zurück. Da die Kühe während der Abkalbung viel Ruhe und Zeit haben, funktioniert die Geburt fast immer ohne tierärztliche Hilfe. „Die Überlebensrate der Kälber liegt durch die Freilandhaltung bei 98 Prozent, ohne Tierarzt und Medikamenteneinsatz“, erklärt Griemann.

Durch die ganzjährige Weidehaltung sei die Mobilität und damit auch die Fruchtbarkeit der Tiere gegenüber der Stallhaltung um bis zu 50 Prozent höher. „Da die Kühe kein Kraftfutter erhalten und keine Höchstleistungen erbringen müssen, sind sie viel gesünder und bringen, wie es die Natur vorsieht, jährlich ein Kalb zur Welt.“

„Natürlich wollen wir auch das Fleisch vermarkten“, sagt Michael Griemann. „Die Preise wurden so gestaltet, dass sich jeder ernährungsbewusste Konsument dieses Naturprodukt leisten kann.“ Mehr unter bio@angus-rind.at oder  0664/3981191

(kurier) Erstellt am 20.04.2013, 22:10


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