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Pensionist Franz Bachkönig konnte vom Vertrag zurücktreten, 100 Euro Anzahlung sind aber weg.
Pensionist Franz Bachkönig konnte vom Vertrag zurücktreten, 100 Euro Anzahlung sind aber weg. - Foto: Privat

Letztes Update am 29.12.2012, 21:26

Hasenfelldecke als Konsumenten-Nepp. Konsumentenschützer warnen vor Abzocke mit rund 1100 € teuren, „heilenden“ Hasenfellen.

Schlafen Sie sich gesund“ – so bewirbt die Firma KMP Naturenergie aus Spielberg ihre Hasenfelldecken. Verbesserter Stoffwechsel, Zellaktivierung, Stressabbau, Erneuerung der Gewebezellen, Stärkung des Immunsystems – das alles soll das Liegen auf den Hasenfellen bewirken, glaubt man dem Werbeprospekt und den Beteuerungen der Verkäufer, die derzeit auch im Burgenland aktiv sind.

Geld zurück

Und der 87-jährige Franz Bachkönig aus Moschendorf ließ sich dazu überreden, zwei Hasenfelldecken zum Preis von insgesamt 2230 Euro zu kaufen. Über den Preis wunderte er sich ein wenig, „aber die Decken waren ja fein ausgeführt“, sagt der betagte Mann, der trotz seines hohen Alters geistig fit ist. Der Vertreter wollte Bachkönig auch so genannte Franz Klammer-Pflaster andrehen, die gegen alles wirken sollen. „Aber die habe ich nicht genommen“, meint der Pensionist.


Erst nachdem der wortgewaltige Vertreter weg war, wurde dem alten Herrn klar, dass er einen horrenden Preis für eine fragwürdige Ware bezahlt hatte. Nach Rücksprache mit der Konsumentenberatung der Arbeiterkammer AK Burgenland trat er vom Vertrag zurück.

Die Firma KMP Naturenergie hat mittlerweile bestätigt, dass der Vertrag storniert wurde. Die 100 Euro-Anzahlung will man Bachkönig jedoch nicht zurückzahlen. Er habe die Decken benützt, nun müssten sie gereinigt werden, wird behauptet. Dafür fordert man von dem Südburgenländer weitere 100 Euro. Zu Unrecht, denn die Decken waren lediglich aus- und wieder eingepackt worden, ehe sie an das Unternehmen zurückgeschickt wurden.

Die Tochter des Konsumenten erkundigte sich bei einem Kürschner, was so eine Hasenfelldecke bei ihm wohl kosten würde – gerade einmal 360 Euro.

Eva Schreiber, Konsumentenschützerin der AK Burgenland warnt vor derartigen Haustürgeschäften: „Lassen Sie sich nicht zu einer raschen Unterschrift drängen. Oft versprechen die redegewandten Verkäufer das Blaue vom Himmel. Sie können die Aussagen nicht überprüfen und wissen nicht, ob Sie einen fairen Preis bezahlen.“

Wer doch unterschreibt und das später bereut, hat eine Woche Zeit, vom Vertrag zurückzutreten. Aus Nachweisgründen empfehlen die Konsumentenschützer, das Rücktrittsschreiben eingeschrieben aufzugeben und eine Kopie aufzuheben.

(Kurier) Erstellt am 29.12.2012, 21:26


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