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KURIER
Beschauliche Fußgängerzone: Und das obwohl knapp 15.000 Menschen hier leben und fast genauso viele täglich zur Arbeit einpendeln. - Foto: KURIER/Susanne Eiweck

Letztes Update am 30.04.2012, 06:11

Wachstum auf Kosten der Innenstadt. Serie zur Gemeinderatswahl: Während Eisenstadt sich immer mehr ausdehnt, beklagen Einwohner wie Geschäftsleute den "Tod" des Zentrums.

Lebensqualität – das ist das erste Wort, das jeder, ob Einheimischer oder "Zuagraster", nennt, wenn er über Eisenstadt befragt wird. "Es ist ganz einfach schön hier", sagt Pia Vuorinen-Nemestothy, die in einer Reihenhaussiedlung am Stadtrand der Landeshauptstadt lebt und sich über "die Natur direkt vor der Haustür" freut. "Zum Wohnen ist die Stadt ein Traum", meint auch ein Eisenstädter Urgestein, der Caféhaus-Besitzer Willi Steiner. Dann kommt das große "Aber", denn "zum Arbeiten oder um etwas zu unternehmen ist Eisenstadt ein Horror", meint Steiner.

Für Gastronomen sei die Stadt ein schwieriges Pflaster: "Wir haben viel zu viele Beamte, die ihr Geld nicht ausgeben." Keines der Caféhäuser im Zentrum würde wirklich gut gehen, ist Steiner überzeugt. Er sei ursprünglich der größte Befürworter der Fußgängerzone gewesen, aber die Einkaufszentren am Stadtrand mit ihren Gratisparkplätzen würden die Innenstadt "töten". Und so wünscht sich Steiner wieder eine Fahrspur samt Parkstreifen in der Fuzo.

Die würde Pia Vuorinen-Nemestothy nicht brauchen. Die Marketingexpertin fährt bei jedem Wetter mit dem Rad, auch zur Arbeit ins Zentrum: "So bin ich viel schneller als die Autofahrer, die im Stau stehen." Die gebürtige Finnin, die die Liebe zu einem Burgenländer hierher geführt hat, schätzt "die kurzen Wege" in der Stadt, in der sie seit mehr als 15 Jahren lebt. Was der Mutter von drei Söhnen nicht so gut gefällt: "Die Innenstadt könnte so lebendig sein, wenn es mehr Geschäfte gäbe."

Zustimmung

Aber es gibt auch positive Stimmen zur Fuzo. Mit dem Mix der Geschäfte ist Marianne Reinhofer sehr zufrieden. Die Oberpullendorferin arbeitet seit 13 Jahren im Damenmodengeschäft "Choise". "In Oberpullendorf gab es für mich keine passende Arbeit, daher pendle ich täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Eisenstadt. Die Leute hier sind sehr nett", erzählt sie. Dem pflichtet auch ihre Kollegin Brigitte Pekovits bei. "Ich hatte mir anfangs gedacht, dass die Kunden hier in der Stadt vielleicht schwieriger sind, aber das ist überhaupt nicht der Fall", sagt die Lackenbacherin.

Ende der Serie

 

(kurier/Susanne Eiweck, Heike Kroemer) Erstellt am 30.04.2012, 06:00

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