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KURIER
Ob beim Martinitanz oder anderen Feierlichkeiten. Die burgenländische Community in Kanada trifft sich. - Foto: Patricia Graf

Letztes Update am 07.08.2012, 06:12

Auslandsburgen­län­der: "Man fühlt sich wie daheim". Die burgenländische Tradition wird nicht nur in der Heimat hoch gehalten. Auch in Übersee wird gefeiert, wie in alten Zeiten.

Mit den Worten "Drunt’ im Burgenland, steht ein Bauernhaus...", lädt Heidi Oblak, Sängerin der Golden Keys aus Kitchener, Kanada, das Publikum zum Mitsingen ein, der Festsaal ist ein Trachtenmeer – auf dem Martinitanz in Toronto wird gefeiert und gelacht, wie man es noch vor rund 50 Jahren im Burgenland pflegte.

"Man fühlt sich hier wie daheim", sagt Hans "John" Brunner aus Oshawa, Kanada, und fordert seine Frau Lilian zum Tanz auf. Den Präsidenten des Burgenländer Clubs in Toronto hat die Reiselust von Unterschützen, Bezirk Oberwart, nach Kanada gelockt. "Es war der 19. Dezember 1964, das weiß ich noch ganz genau", erinnert sich Brunner. Als ausgelernter Mechaniker bekam er dann bei General Motors einen Job. Geplant hatte er "nur für zwei bis fünf Jahre" in Kanada zu bleiben, es sind inzwischen 48 Jahre daraus geworden.

Zukunftsvisionen  

Ähnliche Zukunftsvisionen hatte Theresa Huber aus Markt Allhau. Ihre Tochter Helen berichtet über die vor Kurzem im Alter von 94 Jahren verstorbene Burgenländerin: "Meine Mutter wollte eigentlich nur ein paar Jahre in den USA in der Bäckerei ihrer Tante arbeiten. Geld sparen und dann wieder nach Österreich zurückkehren." Der Plan änderte sich aber, als sie ihren zukünftigen Mann, Gustav aus Unterschützen, in Übersee kennenlernte. "Meine Eltern hatten es am Anfang nicht leicht, aber in Amerika hatten sie zu der Zeit eine bessere Zukunft", erläutert die ehemalige Büroleiterin.

Um sich gegenseitig in der Fremde zu unterstützen und die hohen Arztkosten bezahlen zu können, wurde der Burgenländer Club in Toronto gegründet. Man habe sich gemeinsam versorgt.

Bis heute steht die Idee des Miteinanders im Vordergrund. "Uns Auslandsburgenländern geht es um die Gemeinschaft, wir lassen Bräuche weiterleben und geben unseren Nachkommen burgenländische Traditionen mit", erklärt der Clubobmann.

Hungrige Gäste freuen sich schon auf das Festessen. Das Gansl wurde zuhause gelassen, "dafür gibt es aber Schnitzel und Gulasch", berichtet ein weiterer Festgast und schleckt sich den Mund. Zum guten Essen wird österreichisches Bier und burgenländischer Wein serviert. Bis in die Nacht wird getanzt. "Die Heimat trägt man dabei immer im Herzen", sagt der Präsident des Clubs.

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(KURIER/Patricia Graf) Erstellt am 06.08.2012, 21:18

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