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Nächstes Jahr müssen mehr als acht Prozent der Burgenländer sich warm anziehen.
Nächstes Jahr müssen mehr als acht Prozent der Burgenländer sich warm anziehen. - Foto: GEORG GESELLMANN/georg gesellmann

Letztes Update am 15.01.2013, 22:32

AMS hat weniger Geld für Schulungen. Eine 50-jährige Frau ist seit Oktober 2012 arbeitslos. Ob ihr AMS-Kurs weiter hilft, weiß sie nicht.

Seit Oktober vergangenen Jahres ist Veronika Klein (Name von der Redaktion geändert) beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos gemeldet. Seit dieser Zeit besucht sie verschiedene Schulungen, die das AMS anbietet. Nach einem Computergrundkurs ist die 50-Jährige nun drauf und dran, den ECDL (Europäischer Computer-Führerschein) zu erlangen. Kostenpunkt für das AMS: 1300 Euro.

Veronika Klein ist mit vollem Engagement dabei: „Dennoch habe ich das Gefühl, dass mir der Kurs zwar persönlich viel bringt, aber ob ich danach einen Job bekomme, das glaube ich eher nicht.“ Eine derartige Ausbildung gehöre mittlerweile zur Grundvoraussetzung für einen Job. Jeder Schulabgänger sei mit dieser Materie sehr gut vertraut.


Unter der Hand

„Die guten Jobs bekommt man sowieso nur unter der Hand“, sagt Veronika Klein. Sie dürfte damit nicht Unrecht haben. „70 Prozent von ausgeschriebenen Jobs gehen nicht über uns“, sagt Burgenlands AMS-Chefin Helene Sengstbratl. Insgesamt wurden dem AMS im Vorjahresverlauf rund 9000 Jobs gemeldet – um 1500 bzw. 14 Prozent weniger als 2011. Vor allem im Produktions- und Dienstleistungssektor habe es Rückgänge gegeben. „Durch den Wegfall des Übergangsregimes waren Ausländer-Ersatzkraft-Aufträge nicht mehr notwendig, was einer der Hauptgründe für den deutlichen Rückgang des Einschaltgrades auf 30 Prozent war“, sagt Sengstbratl. Außerdem würden im Burgenland die große Arbeitsvermittler, die diesen Rückgang in anderen Bundesländern ausgleichen, fehlen.

Sparprogramm

Laut AMS muss das Burgenland im kommenden Jahr mit einer Arbeitslosenrate von 8,2 Prozent („ein bisschen zäh“, Sengstbratl) rechnen. Die Fördermittel werden hingegen von 36,2 Millionen auf 35,2 Millionen Euro reduziert. „Das ist das Sparprogramm der Bundesregierung“, sagt Sengstbratl. Das Angebot an Schulungen für Arbeitsuchende soll darunter trotzdem nicht leiden. Man werde die Kurse auf Effizienz prüfen, so Manfred Breithofer, stellvertretender AMS-Landesgeschäftsführer.

Veronika Klein will nicht klagen über das AMS, denn es sei „sehr bemüht“ und versucht das zu tun, wofür es eigentlich da ist: arbeitslosen Menschen einen Job zu vermitteln. Dass nicht alle Teilnehmer der Kurse bei der Sache seien, auch das hat sie beobachtet. Klein: „Tachinierer gibt es da wie dort.“

(kurier) Erstellt am 15.01.2013, 22:32

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