Kuriose Welt der Erfindungen

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Foto: Wikimedia Commons/nandahome.com/izismile.com/wackymania.com

Heute ist Tag der Erfinder: Zeit, um den glorreichen Errungenschaften der Menschheit zu gedenken. Und den weniger glorreichen.

Im 18. Jahrhundert hatte der österreichisch-ungarische Hofbeamte und Mechaniker Wolfgang von Kempelen eine ausgefuchste Idee: Er wollte die Welt austricksen. Dazu baute er aus einem Tisch, einem Schachbrett und einer in türkischer Tracht gekleideten Figur den sogenannten "Schachtürken" - Eine Apparatur, die scheinbar selbstständig Schach spielte. Kaiser Joseph war skeptisch, Großfürst Paul von Russland begeistert. Friedrich der Große verlor angeblich eine Partie, genau wie Napoleon. Erst viel später enthüllte man das Geheimnis: Im Inneren der Maschine versteckte sich die ganze Zeit über ein Mensch.

Nun gut - Wolfgang von Kempelen ist möglicherweise nicht das beste Beispiel eines redlichen Erfinders. Erheiternd ist seine große Täuschung aber auch heute noch.

Genie und Wahnsinn

Der 9. November ist Tag der Erfinder. Klar, dass am Freitag wertvollen Errungenschaften wie der Erfindung des Rads oder des Buchdrucks Tribut gezollt wird. Nicht weniger spannend sind allerdings Kuriositäten wie eben der Schachtürke, die Vordenkern und Querdenkern von damals und heute eingefallen sind. So greift man sich heute etwa bei der Erfindung des Wassermelonenkühlschranks oder des Putz-Babys ein wenig verwundert an den Kopf. Eine Übersicht.

Kuriose Erfindung für den Zweisamkeit an Regentagen: Der Schirm für Pärchen. Oder siamesische Zwillinge. Im Dunkeln machen Zehe und Knie viel zu oft unglückselige Bekanntschaft mit dem Mobiliar. Nicht mehr - dank diesen feschen, leuchtenden Patscherln. Wie man sich bei den Arbeitskollegen beliebt macht: Jeden Freitag mit der Fahrradbar in die Arbeit radeln. Beim Pizzaessen hat man zwei Optionen: Entweder endloses Säbeln mit Messer und Gabel oder animalisches Fressgelage mit den Händen. Dieser Pizzaschneider bietet eine Alternative. Wenn nur ein Becher zur Verfügung steht, wird es mit dieser Flasche ein bisserl klecksen, aber ansonsten spart man beim Einschenken massiv Zeit. Schnipp, schnapp Banane ab. Oftmals sind auch die kleinen Errungenschaften von Wert: Diese Daumenschraube hält widerspenstige Bücher offen. Gut, an der Farbgebung könnte man durchaus noch ein wenig feilen. Aber Arbeit spart man sich mit diesen Putz-Schlapfen sicher. Reinliches Schuhwerk scheint Erfindern ein Anliegen zu sein. Obwohl das Putzen mit diesen Pantoffeln vermutlich eine bewundernswert exakte Feinmotorik erfordert. Pasta für Profis: Mit dem integrierten Mini-Ventilator verbrennt sich niemand mehr an heißen Spaghetti. Heuschnupfen? Mit diesem schicken Hut braucht man wenigstens nicht packerlweise Taschentücher mit sich rumschleppen. Tandem? Lächerlich! Mit diesem Fahrrad-Konstrukt kann die gesamte Sippschaft eine Radreise antreten. Japaner haben die Angewohnheit in U-Bahnen ein schnelles Nickerchen einzulegen. Mit dieser Kinnstütze gestaltet sich diese Aktivität noch gemütlicher. Pasta  für Profis, die zweite: Der Anti-Spritz-Kragen bewahrt die Haare vor einer unfreiwilligen Tomatenkur. Immer wenn es regnet, ist die Parkbank klatschnass. Dieses Modell lässt sich durch ein Drehen an der Kurbel ruckzuck wieder benützbar machen. Einmal Goldfisch zum Mitnehmen, bitte. Traum-Kombi: Diese wundersame Kreation ist Kuchengabel und Geburtstagskerze in einem. Wahnsinn, wie wenig im Alltag auf Melonenfans Rücksicht genommen wird. Mit diesem praktischen Kühlschrank kann man endlich die Wassermelone stilvoll ausführen. Wem beim Eisschlecken immer die Zunge ermüdet, der sollte diese motorisierten Eistüten in Erwägung ziehen: Entspannung pur. Das Putz-Baby. Leider nur verwendbar, bis Sohnemann oder Töchterlein das Laufen erlernen. Warum sich diese Art der Butterbestreichung nicht durchgesetzt hat, ist schon ein bisschen schleierhaft. Gut, die Brille kann man, nachdem man für diese Augentropfentrichter Löcher reingebohrt hat, vermutlich wegwerfen - Aber sonst eine wahrhaft wertvolle Idee. Regen kommt ja zumeist nicht nur von oben, sondern hat die scheußliche Angewohnheit schräg unter den Schirm zu prasseln. Zum Glück schafft diese formschöne Hülle Abhilfe. Auch in vergangenen Zeiten zeigten sich manche besonders findig. Im Bild: Der Traktor für das unebene Feld. Ewig schade: Das luxuriöse Liegeklavier gibt es heute leider nicht mehr. Der Schachtürke löste im 18. Jahrhundert große Verblüffung aus: Scheinbar konnte diese Maschine selbstständig Schach spielen. Sein Erfinder, der österreichisch-ungarische Mechaniker Wolfgang von Kempelen war allerdings ein ziemlicher Schelm: In Wirklichkeit verbarg sich ein menschlicher Schachspieler im Inneren der Apparatur. Hedy Lamarr, Hollywoodschauspielerin und Erfinderin, wurde am 9. November 1914 geboren. Ihr zu Ehren wurde ihr Geburtstag zum Tag der Erfinder erklärt.
Hintergrund

Tag der Erfinder

Die Patin des Tages der Erfinder, Hedy Lamarr, geboren am 9. November 1914, ist für skandalöse Sexszenen in Filmen der Dreißiger Jahre bekannt und auch dafür, neben ihren sechs Ehen zahlreiche Affären unterhalten zu haben. Dass die Exil-Österreicherin nebenbei das Frequenzsprungverfahren erfunden hat, geht bei diesen Eskapaden ein wenig unter. Dabei war diese störungssichere Funksteuerung  ein Durchbruch in der Funktechnologie und ist beispielsweise bei der Bluetooth-Verbindung noch heute von Bedeutung.

Ihr zu Ehren wurde ihr Geburtstag, der 9. November, zum Tag der Erfinder erklärt.

(Kurier) Erstellt am
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