Herminating: Internethype aus Österreich

"Planking" ist so 2011. Der letzte Schrei nennt sich "Herminating" und fordert insbesondere die Oberschenkelmuskulatur.

Inspiriert von Hermann Maier erklären Fans des "Herminating" die Hocke zum Hobby. Verhaltensanleitung für "Herminating": Zusammengekrümmt hinhocken, den Kopf einziehen, Blick entschlossen nach vorne richten, die Arme gestreckt, mit den Fingern werden imaginäre Schistöcke umklammert. Skilegende Hermann Maier inspirierte die "Herminatoren" mit seinem schnittigen Fahrstil. Die Skihocke ist aus jedem Blickwinkel sehr adrett. Auch Prominente wie Ö3-Moderator Peter L. Eppinger zeigen sich begeistert vom Hocken. Armin Wolf zeigte 2011 in der ZiB 2 vor wie es geht. Das sogenannte "Planking" löste eine ganze Reihe ähnlicher Skurrilitäten im Web aus. Planking erlangte 2011 zunächst in Australien große Bekanntheit und verbreitete sich auf Social Media-Plattformen wie Facebook, Twitter und YouTube rasend schnell weiter. Schaut ja auch wirklich gut aus. Für alle wirklich Harten: Batmanning. Wer möchte nicht gerne an seinen Zehen von Objekten baumeln? Eulen können ihren Kopf um bis zu 270° drehen. Das kann man als menschlicher Nachahmer wohl nur einmal probieren. Doch auf Statuen oder Stiegengeländern sitzen und dabei starr ins Leere blicken reicht ja aus, um endlich mal in die Haut eines Nachtvogels schlüpfen zu können. Unter "Owling" erlangte auch dieses interessante Hobby Bekanntheit. Auf Fotos mit einer zweiten Person und in lustigen Posen vorzugeben, an einem abgetrennten Kopf zu laborieren, war bereits in den 1920er-Jahren ein beliebter Schabernack. "Horsemanning" hat auch heute nichts von seinem zeitlosen Charme verloren. Oje, die schöne Aussicht kann kopflos sicher nicht optimal genossen werden. Ein noch recht frischer Trend nennt sich "Eastwooding". So begann das Phänomen: Freundlich aber bestimmt sprach Clint Eastwood am Wahlparteitag der Republikaner mit einem nicht anwesenden Barack Obama auf einem leeren Stuhl. Das Web kennt keine Gnade. Schnell machte man sich über das seltsame Verhalten des Hollywood-Schauspielers lustig und zeigte kollektiv auf diverse Sitzgelegenheiten. Dirty Harry hat im Alter also nicht mehr mit klassischen Bösewichten, sondern mit einem Stuhl, und der spöttelnden Internetgemeinde zu kämpfen. Barack Obamas Reaktion auf Twitter fiel recht entschlossen aus. Er wies es entschieden von sich, imaginär zu sein. "Ironing", auch "Extrembügeln" genannt, bezeichnet die Tätigkeit, an allen möglichen und unmöglichen Plätzen mal schön den Bügeltisch aufzustellen und die Wäsche zu machen. Wer sich gerne darüber aufregt, wie diffizil es sich gestaltet, ein Hemd ordentlich zu bügeln, sollte das Ganze mal auf einem Surfbrett balancierend probieren. Unter Wasser wird extremgebügelt. Auf dem Mount Everst wird extremgebügelt (und die frische Wäsche dann auf den Gipfel getragen). Auch gut: Der Brite Matthew Hearne legte den London Marathon in vier Stunden und acht Minuten zurück -  dabei bügelte er eine beachtliche Menge an Wäsche.
Also, immer die Augen offenhalten nach dem nächsten Fotoklamauk. Vielleicht kommt ja auch bald etwas mit Liegestühlen, wie in diesem Video von Kurier-Mitarbeitern zu sehen.

Was war das für ein Schmäh, als sich ZIB-Anchorman Armin Wolf während der Nachrichtensendung steif und reglos auf den Tisch legte. Doch Planking ist längst Schnee von gestern. Ein paar junge Österreicher möchten nun das alpenländische Äquivalent erfunden haben, genannt: "Herminating".

Auf der dazugehörigen Facebook-Seite ruft man zur kollektiven Skihocke auf: "Planking is out, herminating is in". Brav wird also auf Hausdächern, Traktor, ja sogar an der Kletterwand die typische Pose eingenommen.Die Resonanz ist beachtlich: Innerhalb kürzester Zeit haben sich mittlerweile knapp 3.000 Fans angesammelt, Herminating-Fotos werden sogar aus Deutschland hochgeladen.

(kurier) Erstellt am
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